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Australische Schüler demonstrieren gegen Klimapolitik der Regierung

In Australien haben tausende Schüler am Freitag den Unterricht geschwänzt, um stattdessen gegen die Klimapolitik der Regierung zu demonstrieren. In allen grösseren Städten wie Sydney, Melbourne oder Perth kam es zu Protesten unter dem Motto «Strike 4 Climate».
Tausende australische Kinder und Jugendliche schwänzen die Schule, um gegen die Klimapolitik der Regierung zu demonstrieren. (Bild: KEYSTONE/EPA AAP/DAN HIMBRECHTS)

Tausende australische Kinder und Jugendliche schwänzen die Schule, um gegen die Klimapolitik der Regierung zu demonstrieren. (Bild: KEYSTONE/EPA AAP/DAN HIMBRECHTS)

(sda/afp/dpa)

Die Kinder und Jugendlichen aus den Primar- und Sekundarstufen forderten bei den landesweiten Kundgebungen wirksame Massnahmen gegen die Erderwärmung. Australiens konservativer Premierminister Scott Morrison hatte sie zuvor ermahnt, in den Klassenzimmern zu bleiben.

«Unser Premierminister denkt, wir sollen gerade jetzt in die Schule gehen und vielleicht sollten wir das», sagte die 13-jährige Siniva Esera bei einer Kundgebung von mehr als tausend Schülern in Sydney. «Aber wie können wir danebensitzen und nichts tun, um die Zukunft dieses Planeten zu schützen», fragte sie.

Die Kinder und Jugendlichen machten ihrem Ärger über den scherzhaft auch «ScoMo» genannten Premierminister auch auf Transparenten Luft. Dort stand etwa: «Ich hasse ScoMo mehr als die Schule».

Die Proteste richteten sich auch gegen den umstrittenen Ausbau einer der grössten Kohleminen der Welt durch die indische Firma Adani im Bundesstaat Queensland. Adani hatte erst am Donnerstag bekräftigt, an dem Projekt festzuhalten.

Zudem brachten die Schüler ihre Angst angesichts des Klimawandels zum Ausdruck. «Wenn wir den Temperaturanstieg nicht auf zwei Grad begrenzen, werden wir nicht das Great Barrier Reef haben, die Antarktis wird schmelzen und es wird keine Dinge wie Eisbären geben», sagte die elfjährige Lucie Atkin-Bolton. «Mein Leben wird so viel komplizierter sein als das Leben meiner Eltern, wegen einer einfachen Sache: Klimawandel.»

Schlechte CO2-Bilanz

Australien mit seinen mehr als 25 Millionen Einwohnern gehört zu den Staaten mit schlechter CO2-Bilanz. Im Rahmen des Pariser Klimaschutz-Abkommens hat es sich verpflichtet, die Emissionen des Treibhausgases bis 2030 um 26 bis 28 Prozent zu reduzieren.

Morrison hatte Kritik an seiner Klimapolitik diese Woche zurückgewiesen. Im Parlament hielt er den Schülern «Aktionismus» vor. «Was wir an den Schulen brauchen, ist mehr Lernen und weniger Aktionismus», sagte der Regierungschef.

In Australien wird es bis Mai 2019 eine Parlamentswahl geben. In den Umfragen liegt die sozialdemokratische Opposition vorn.

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