Betrunkenem Unfallfahrer im Südtirol droht lange Gefängnisstrafe

Ein Auto ist im Südtirol in eine Gruppe junger deutscher Touristen gefahren. Dabei wurden sechs Menschen tödlich getroffen und elf weitere verletzt. Der 27-jährige einheimische Fahrer war offenbar betrunken. Er wurde festgenommen. Ihm droht eine lange Gefängnisstrafe.

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Im Südtirol ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Sechs Menschen starben, weitere wurden verletzt.

Im Südtirol ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Sechs Menschen starben, weitere wurden verletzt.

KEYSTONE/AP/MS
(sda/dpa/apa/ansa)

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Feuerwehr um junge Menschen zwischen 20 und 25 Jahren. Laut Polizei waren die Toten 19, 20 und 22 Jahre alt. Die Gruppe habe nach einem Abend in einem Lokal an einem Reisebus in Luttach in der Nähe von Bruneck gestanden, als das Auto in die Gruppe gerast sei, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Sechs Personen, drei Frauen und drei Männer, seien in der Nacht zu Sonntag sofort gestorben, vier seien schwer, fünf mittelschwer und zwei leicht verletzt worden. Eine Frau sei mit einem Helikopter in ein Spital nach Innsbruck in Österreich geflogen worden.

Alkohol und hohes Tempo

Die Polizei geht von einem Unfall und nicht von einer absichtlichen Tat aus. Der 27 Jahre alte einheimische Fahrer eines Audi TT habe nach ersten Informationen einen sehr hohen Alkoholgehalt im Blut gehabt und sei sehr schnell unterwegs gewesen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Sonntagmorgen.

Der Fahrer des Unfallwagens habe nach einem ersten Test mehr als 1,9 Promille Alkohol im Blut gehabt, berichtete die Nachrichtenagentur DPA. Er werde auch auf Drogen untersucht. Der Mann aus Kiens sei im Spital für weitere Untersuchungen.

Dem Lenker dürfte eine Anklage wegen «Mord im Strassenverkehr» und damit bis zu zwölf Jahre Freiheitsstrafe drohen.

«Wie auf einem Schlachtfeld»

Das Auto sei gegen 1.00 Uhr nachts in die Gruppe gefahren, wie ein Polizeisprecher aus Bozen der DPA am Sonntag sagte. Die Polizei sei dabei zu ermitteln, wie das Unglück geschah. Dem Sender Rai Südtirol berichtete, das Fahrzeug sei in eine Gruppe aus 17 Menschen gerast.

160 Einsatzkräfte waren dem Bericht zufolge im Einsatz. Helmut Abfalterer von der Feuerwehr schilderte der «Tageszeitung Online» schlimme Szenen: «Es hat ausgesehen wie auf einem Schlachtfeld.»

Identifizierung ausstehend

«Das neue Jahr beginnt mit dieser schrecklichen Tragödie», sagte der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher auf einer Pressekonferenz in Luttach. «Wir sind alle geschockt.» Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete von der Pressekonferenz, die Gruppe komme aus dem nördlichen Deutschland.

Die Gegend, in der der Unfall geschah, liegt in Italien an der österreichischen Grenze und ist als Ski- und Wintersportgebiet bekannt. Luttach ist ein Dorf der Gemeinde Ahrntal, das etwas mehr als tausend Einwohner hat. Es liegt in der Nähe von Bruneck. Der Ort ist bekannt bei deutschen Jugendgruppen, die zum Skifahren kommen. In dem Ort gab es nach DPA-Informationen seit längerem Klagen über Autos, die auf der Hauptstrasse rasen und über mangelnde Kontrollen.