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Bill Cosby schweigt - seine Verteidiger fordern Freispruch

Der US-Entertainer Bill Cosby hat sich auch im neu aufgerollten Prozess wegen sexueller Nötigung gegen eine Aussage entschieden. Verteidigung und Anklage hielten am Dienstag ihre Schlussplädoyers. Sein Mandant müsse freigesprochen werden, sagte Cosbys Anwalt.
Der angeklagte US-Entertainer Bill Cosby und seine Frau Camille bei der Ankunft im Gericht in Norristown. (Bild: KEYSTONE/AP The Philadelphia Inquirer/JESSICA GRIFFIN)

Der angeklagte US-Entertainer Bill Cosby und seine Frau Camille bei der Ankunft im Gericht in Norristown. (Bild: KEYSTONE/AP The Philadelphia Inquirer/JESSICA GRIFFIN)

(sda/afp/dpa)

Der US-Entertainer Bill Cosby hat sich auch im neu aufgerollten Prozess wegen sexueller Nötigung gegen eine Aussage entschieden. Verteidigung und Anklage hielten am Dienstag ihre Schlussplädoyers. Sein Mandant müsse freigesprochen werden, sagte Cosbys Anwalt.

Das mutmassliche Missbrauchsopfer Andrea Constand sei eine "krankhafte Lügnerin" und geldgierige "Betrügerin", sagte Cosbys Star-Anwalt Tom Mesereau vor Gericht in Norristown.

Staatsanwältin Kristen Feden sagte in ihrem Abschussplädoyer, der wahre Betrüger sei Cosby. Er habe seine Berühmtheit genutzt, um sich das Vertrauen seiner Opfer zu erschleichen. Der frühere TV-Star habe Constand unter Drogen gesetzt, um sie gefügig zu machen. Nach den Schlussplädoyers können nun die Beratungen der Jury beginnen.

Millionen gezahlt

Die ehemalige Universitätsmitarbeiterin Constand wirft dem heute 80-jährigen einstigen Comedy-Star vor, sie 2004 in seinem Haus in Philadelphia mit Tabletten betäubt und sich an ihr vergangen zu haben. Im Zuge einer aussergerichtlichen Einigung hatte Cosby ihr vor zwölf Jahren 3,38 Millionen Dollar gezahlt.

Es ist der zweite Prozess gegen Cosby im Fall Constand, nachdem das erste Verfahren im Juni geplatzt war. Damals konnten sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen.

Lange Haftstrafe möglich

Cosby verweigerte im neu aufgerollten Prozess erneut eine konkrete Aussage. "Das ist korrekt, Euer Ehren", antwortete Cosby am Montag Medienberichten zufolge auf die Frage von Richter Steven O'Neill, ob er mit einer entsprechenden Entscheidung seines Verteidigers einverstanden sei. Bereits im ersten Prozess hatte der Entertainer sich nicht zu Wort gemeldet.

Bei einer Verurteilung könnte Cosby, der in den 80er Jahren mit der "Bill Cosby Show" weltberühmt geworden war, eine lange Haftstrafe drohen. Cosby hat die Vorwürfe zurückgewiesen und über seine Anwälte mitteilen lassen, die Vorgänge seien einvernehmlich gewesen.

Beschuldigungen von 60 Frauen

Der afroamerikanische Schauspieler wird von rund 60 Frauen beschuldigt, sie in früheren Jahrzehnten missbraucht zu haben. Da die meisten Anschuldigungen verjährt sind, beschränkt sich aber auch der neue Prozess lediglich auf den Fall Constand aus dem Jahr 2004.

Der aktuelle Prozess gegen Cosby steht unter ganz anderen Vorzeichen als das erste Verfahren: Die Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfe gegen den einstigen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein und die MeToo-Debatte haben den Blick auf sexuelle Gewalt gegen Frauen verändert. Ausserdem hatte Richter Steven O'Neill zugestimmt, fünf weitere mutmassliche Missbrauchsopfer Cosbys aussagen zu lassen. Beim ersten Prozess war es nur eine Frau.

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