Brite schenkte Fläschchen mit Nowitschok seiner Freundin

Der Tod einer 44-jährigen Frau in Südengland durch den Kampfstoff Nowitschok ist offenbar durch einen fatalen Irrtum verursacht worden. Er habe "eine kleine Kosmetikflasche" gefunden, "die ich aufhob und ihr schenkte", sagte ihr Lebensgefährte am Dienstag der Zeitung "The Sun". Er sei sehr traurig über das Geschehene und werde wohl nie darüber hinwegkommen.

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Specialist team members in military protective suits use a jar in the front doorway as they search the fenced off John Baker House for homeless people on Rollestone Street in Salisbury, England, Friday, July 6, 2018. British police are scouring sections of Salisbury and Amesbury in southwest England, searching for a container feared to be contaminated with traces of the deadly nerve agent Novichok. (AP Photo/Matt Dunham)

Specialist team members in military protective suits use a jar in the front doorway as they search the fenced off John Baker House for homeless people on Rollestone Street in Salisbury, England, Friday, July 6, 2018. British police are scouring sections of Salisbury and Amesbury in southwest England, searching for a container feared to be contaminated with traces of the deadly nerve agent Novichok. (AP Photo/Matt Dunham)

(sda) Der 45-Jährige und seine Freundin waren Ende Juni mit Vergiftungssymptomen in die Klinik gebracht worden - die Frau starb am 8. Juli. Der Mann konnte vergangenen Freitag aus dem Spital entlassen werden, ist aber noch gesundheitlich angeschlagen.

Die kleine Flasche mit dem Nervengift, die das Paar für Parfüm hielt, hatten Ermittler in seiner Wohnung in Amesbury entdeckt. Bislang war aber nicht bekannt gegeben worden, wie sie dort hingekommen sein könnte.

Die Behörden schliessen nicht aus, dass noch weitere Gegenstände und Orte in der Umgebung von Salisbury mit Nowitschok kontaminiert sein könnten. Sie warnten davor, unbekannte Dinge vom Boden aufzuheben.

Die Ermittler glauben, dass der Fall mit dem Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia zusammenhängt. Sie waren Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury entdeckt worden, nur wenige Kilometer vom Amesbury entfernt. Sie entkamen nur knapp dem Tod.

London bezichtigte Moskau, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später experimentierten aber auch andere Länder mit dem Kampfstoff. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück; der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Ein Bericht, wonach die Polizei angeblich russische Verdächtige identifiziert hat, wurde bislang nicht bestätigt.

Britin an Nowitschok-Vergiftung gestorben

Die mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftete Britin ist tot. Dies teilte die Polizei im Südwesten Englands am Sonntagabend mit. Die 44-jährige Frau und ihr 45-jähriger Partner waren vor einer Woche in ein Spital in Salisbury eingeliefert worden.

GIFTANSCHLAG: Russland wiegelt ab

Moskau will nichts vom Kampfstoff «Nowitschok» wissen. Im Land mischt sich der Ärger über die Giftmordvorwürfe aus London mit der Genugtuung über das Schicksal russischer Verräter in England.
Stefan Scholl, Moskau