Conte will mit EU-Mitteln ein besseres Italien entwerfen

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte will die Mittel aus dem EU-Wiederaufbaufonds nutzen, um langjährige Probleme seines Landes zu lösen.

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Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte will Italien dank der Milliarden schweren Geldspritze der EU wirtschaftlich wieder auf die Beine helfen.

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte will Italien dank der Milliarden schweren Geldspritze der EU wirtschaftlich wieder auf die Beine helfen.

KEYSTONE/EPA/Filippo Attili/Chigi Palace / HANDOUT
(sda/afp)

«Italien hat in den vergangenen Jahren im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine geringere Wachstumsrate verzeichnet. Heute bietet sich uns mit diesen Mitteln eine Gelegenheit aufzuholen», sagte der Ministerpräsident in einem Exklusiv-Interview mit der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag.

Das Geld sei «kein Almosen für die gegenwärtige Regierung, sondern eine Investition, die wir in Italien und in Europa für unsere Kinder und Enkelkinder tätigen müssen», hob Conte hervor. Damit biete sich die Gelegenheit, «ein besseres Italien zu entwerfen und an einem ernsthaften, umfassenden Investitionsplan zu arbeiten, der das Land moderner, umweltfreundlicher und sozial integrativer macht».

Italien ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen. Bislang starben in dem Land nach offiziellen Angaben fast 34'500 Infizierte. Verschiedene Szenarien prophezeien für das Jahr 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zwischen 8,3 und 14,0 Prozent.

Die EU-Kommission hatte Ende Mai ein massives Konjunkturprogramm von insgesamt 750 Milliarden Euro gegen die Corona-Krise vorgeschlagen. 500 Milliarden Euro sollen Zuschüsse sein, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Italien soll insgesamt 172 Milliarden Euro bekommen.

Am Montag hatte Conte die Eckpunkte eines von ihm geplanten riesigen Konjunkturprogramms für den Neustart seines Landes nach der Corona-Krise benannt. Hauptaugenmerk soll dabei der Digitalisierung in allen Bereichen gelten. Immense Investitionen will die Regierung auch in die Infrastruktur pumpen. Bei allen Ausgaben soll zudem auf die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz geachtet werden.