Corona: Dutzende nicht abgeholte Leihmütter-Babys in der Ukraine

In der Ukraine können wegen der Corona-Einschränkungen noch immer Dutzende Babys von Leihmüttern nicht von ihren ausländischen Eltern abgeholt werden.

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Die 46-jährigen Argentinier Andrea und Fernando können zum ersten Mal ihren von einer ukrainischen Leihmutter geborenen Sohn Ignacio in die Arme schliessen. Foto: Andreas Stein/dpa

Die 46-jährigen Argentinier Andrea und Fernando können zum ersten Mal ihren von einer ukrainischen Leihmutter geborenen Sohn Ignacio in die Arme schliessen. Foto: Andreas Stein/dpa

Keystone/dpa/Andreas Stein
(sda/dpa)

119 Familien hätten aktuell um eine Einreisegenehmigung ersucht, um ihre 125 Kinder abzuholen, sagte die parlamentarische Menschenrechtsbeauftragte Ljudmila Denissowa in Kiew. «Bereits 88 Familien haben derartige Sondergenehmigungen erhalten, und 31 befinden sich schon in der Ukraine.»

Ein Dienstleister für Leihmutterschaften in dem Land hatte bereits im Mai ein Video veröffentlicht, in dem auf die schwierige Lage der nicht abgeholten Neugeborenen hingewiesen wurde. Seit Mitte März dürfen Ausländer ohne Aufenthaltstitel wegen der Coronavirus-Pandemie nicht mehr ins Land einreisen. Zudem sind alle regulären internationalen Flugverbindungen gekappt. Am 15. Juni soll der Flugverkehr wieder starten.

Dem Video zufolge sind die Eltern der Kinder aus europäischen Staaten wie Deutschland, Österreich und Spanien, aber auch aus Argentinien und vor allem China. In dem mehrsprachigen Clip fordert die Leihmutterschaftsfirma die Eltern auf, über ihre Regierungen Druck auf die Ukraine auszuüben. Das Land solle Sondererlaubnisse zur Abholung der Kinder erteilen.

Die verarmte Ex-Sowjetrepublik gilt wegen ihrer liberalen Gesetze als eines der Zentren für künstliche Befruchtung und Leihmutterschaft in Europa. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten.