Corona-Impfstoff solle zunächst Gemeingut sein

Die internationale Impfallianz Gavi fordert frühe internationale Vereinbarungen über die künftige Verteilung einer Immunisierung gegen das Coronavirus.

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Eine ehemals am Weltwirtschaftsforum in Davos gegründete Impfallianz will klare Regeln für die Verteilung eines Impfstoffes, nach dem derzeit vielerorts geforscht wird.

Eine ehemals am Weltwirtschaftsforum in Davos gegründete Impfallianz will klare Regeln für die Verteilung eines Impfstoffes, nach dem derzeit vielerorts geforscht wird.

KEYSTONE/GAETAN BALLY
(sda/dpa)

So sollte es Regeln für die Reihenfolge von Impfungen geben, aber auch für eine faire internationale Verteilung, sagte der Gavi-Geschäftsführer und Epidemiologe Seth Berkley in einem Videogespräch mit deutschen Journalisten.

Er rechne binnen 12 bis 18 Monaten mit der Verfügbarkeit eines Impfstoffes. Mit Glück und den bereits vereinfachten regulatorischen Auflagen könne es auch schneller gehen.

Gavi wurde vor 20 Jahren beim Weltwirtschaftsforum in Davos aus der Taufe gehoben. Seit ihrer Gründung hat die Impfallianz, die von der deutschen Regierung zuletzt erneut mit der Zusage von 600 Millionen Euro unterstützt wurde, nach eigenen Angaben über 760 Millionen Kinder geimpft und so mehr als 13 Millionen Leben gerettet.

Berkley forderte, einen künftigen Impfstoff für einige Zeit zum öffentlichen Gemeingut zu erklären. «Natürlich bin ich nicht der politische Entscheider, aber wir sollten daran denken, einen solchen Impfstoff als weltweites öffentliches Gut zu betrachten.»

Der öffentliche Sektor müsse deswegen auch die Entwicklung, Produktion und Verteilung finanzieren - mindestens für eine Zeit. Danach könne der Impfstoff zurück an kommerzielle Produzenten gehen. Er könne dann mit unterschiedlichen Preisen an die Lage in einzelnen Staaten angepasst werden, aber mit auch einer vernünftigen Gewinnmarge versehen sein.