Corona-Krise: Italiens Premier kündigt neue Verschärfungen an

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat im Kampf gegen die zweite Corona-Welle weitere Verschärfungen wie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und die Schliessung aller Museen angekündigt.

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Restaurant- und Kneipenbesitzer protestieren gegen die restriktiven Corona-Massnahmen. Es wird erwartet, dass Italiens Ministerpräsident Conte im Laufe des Tages weitere Massnahmen ankündigen wird. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa

Restaurant- und Kneipenbesitzer protestieren gegen die restriktiven Corona-Massnahmen. Es wird erwartet, dass Italiens Ministerpräsident Conte im Laufe des Tages weitere Massnahmen ankündigen wird. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa

Keystone/AP/Gregorio Borgia
(sda/dpa)

Conte sagte am Montag in Rom vor dem Abgeordnetenhaus, der grösseren der beiden Parlamentskammern, geplant seien neue nächtliche Ausgangsbeschränkungen im Land. Uhrzeiten nannte er nicht. Ausserdem solle Italien in drei Risikozonen eingeteilt werden. Ein Teil der neuen Regeln werde in ganz Italien gelten. Noch strengere Vorschriften würden speziell für Zonen mit sehr hohem Ansteckungsrisiko erlassen.

Reisen in und aus Hochrisiko-Zonen sollten - abgesehen von Fahrten mit wichtigen Gründen - beschränkt werden, sagte Conte. Die Mitte-Links-Regierung plant zudem national für öffentliche Transportmittel eine Obergrenze von 50 Prozent der Plätze, die besetzt werden dürfen. Grosse Einkaufszentren sollten an Feiertagen und Wochenenden schliessen. Der Präsenzunterricht in höheren Schulen soll weiter eingeschränkt werden und die Lektionen online erfolgen.

Das entsprechende neue Not-Dekret war allerdings am Montagmittag noch nicht fertig. Es hatte viel Tauziehen zwischen der Regierung und den Chefs der 20 Regionen gegeben. Conte wollte am Abend auch im Senat, der kleineren Kammer, sprechen.

Im Vorfeld war von Lockdowns in Corona-Hotspots wie Mailand und einigen Regionen die Rede gewesen. Conte nannte jetzt jedoch keine konkreten Orte, für die besondere Regeln gelten könnten.

Die Regierung in Rom hatte ihre Massnahmen zum Corona-Schutz bereits im Laufe des Oktobers mehrfach verschärft. Seit einer Woche sind Theater und Kinos geschlossen. Bars und Restaurants dürfen nur noch bis 18.00 Uhr Gäste bedienen. Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte am Sonntag rund 30 000 Neuinfektionen in 24 Stunden registriert. Ausserdem starben etwa 200 Menschen mit oder an Covid-19.