Covid-19 verursacht vorwiegend leichte Erkrankung bei Kindern

Kinder sind einer ersten europaweiten Studie zufolge in geringerem Ausmass von dem neuartigen Coronavirus betroffen. Die Untersuchung bei 582 Kindern und Jugendlichen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren, bestätigt frühere Studien.

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Eine Studie bestätigt, dass Kinder in der Regel einen milden Krankheitsverlauf aufweisen, wenn sie mit dem Coronavirus infiziert sind.

Eine Studie bestätigt, dass Kinder in der Regel einen milden Krankheitsverlauf aufweisen, wenn sie mit dem Coronavirus infiziert sind.

KEYSTONE/AP/Marco Ugarte
(sda/reuters)

Demnach verursacht die durch das Coronavirus hervorgerufene Lungenkrankheit vorwiegend leichte Erkrankungen bei Kindern. Todesfälle sehr selten sind, wie aus der in der renommierten Fachzeitschrift «The Lancet Child & Adolescent Health» veröffentlichten Studie hervorgeht.

Zwar habe die Mehrheit der Kinder - 62 Prozent - ins Spital eingeliefert werden müssen. Jedoch habe weniger als jeder zehnte Patient auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Umfassender Überblick

«Unsere Studie bietet den bislang umfassendsten Überblick über Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen», erklärte Marc Tebruegge vom UCL Great Ormond Street Institut für Kindergesundheit in London.

«Es war beruhigend zu sehen, dass die Sterblichkeitsrate in unserer Studiengruppe sehr niedrig war und wahrscheinlich noch wesentlich niedriger ist, da viele Kinder mit leichten Erkrankungen nicht zur medizinischen Behandlung gebracht und daher nicht in diese Untersuchung aufgenommen wurden.»

Gleichwohl rieten «Lancet» zufolge die Wissenschaftler davon ab, die in ihrer Studie beobachteten Zahlen auf die breite Bevölkerung zu übertragen. Insgesamt leide die überwiegende Mehrheit der Kinder und Jugendlichen nur an leichten Erkrankungen, hiess es in der Untersuchung. Dennoch entwickele eine erhebliche Anzahl eine schwere Erkrankung und benötige Unterstützung auf der Intensivstation.

Obere Atemwege betroffen

«Dies sollte bei der Planung und Priorisierung der Gesundheitsressourcen im Verlauf der Pandemie berücksichtigt werden», sagte Tebruegge. Am häufigsten traten bei den Kindern Fieber und Anzeichen einer Infektion der oberen Atemwege auf.

Die Studie fand im April während des ersten Höhepunkts der Corona-Pandemie in Europa statt. An ihr nahmen 82 spezialisierte Gesundheitseinrichtungen in 25 europäischen Ländern teil. Vier Patienten starben während des Studienzeitraums, von denen zwei bereits bestehende Erkrankung hatten.