Demonstranten in Sizilien fordern Landung der Migranten

Nachdem Italiens Innenminister Matteo Salvini eine Klage wegen Begünstigung der Schlepperei gegen alle Crewmitglieder des Rettungsschiffes «Sea-Watch 3» nicht ausgeschlossen hat, demonstrierten Bürger in Syracus für die Landung der Migranten auf Sizilien.

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Das Rettungsschiff Sea-Watch ist derzeit nur zwei Kilometer vor der sizilianischen Küste im Meer blockiert. (Bild: KEYSTONE/AP/SALVATORE CAVALLI)

Das Rettungsschiff Sea-Watch ist derzeit nur zwei Kilometer vor der sizilianischen Küste im Meer blockiert. (Bild: KEYSTONE/AP/SALVATORE CAVALLI)

(sda/apa)

Das Rettungsschiff hat einen Ankerplatz rund zwei Kilometer vor Syracus zugewiesen bekommen. «Lasst sie landen», war auf Leintüchern zu lesen, die an den Fenstern und Balkonen der Hauptstrasse von Syracus hängen. Menschenrechtsaktivisten versammelten sich am Strand und forderten die Landung der Migranten.

«Die Wellen sind sehr hoch und die Crew bestätigt, dass die Migranten an Bord erschöpft sind und sowohl physisch als auch psychisch sehr mitgenommen sind», betonten die Aktivisten.

Syracus will Migranten aufnehmen

Der Bürgermeister von Syracus, Francesco Italia, erklärte, dass seine Gemeinde zur Aufnahme der Migranten bereit sei. «Man kann keinen Krieg gegen Verzweifelte führen», sagte der Bürgermeister.

Das Uno-Kinderschutzwerk UNICEF forderte die italienische Regierung auf, die minderjährigen Migranten landen zu lassen."Kinder an Bord des Schiffes dürfen nicht Geisel europäischer Regierungen sein, die keine Einigung finden», so Andrea Iacomini, Sprecher von UNICEF Italia.

Nein aus den Niederlanden

Die Niederlande bekräftigten, dass sie die Migranten an Bord der «Sea-Watch 3», die unter niederländischer Flagge im Mittelmeer unterwegs ist, nicht aufnehmen werden. Das Schiff befinde sich im Besitz der deutschen NGO Sea-Watch.

Es sei Aufgabe des Schiffskapitäns, einen sicheren Landehafen zu finden, sagte der niederländische Migrationsminister Mark Harbers im Interview mit der Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera» (Samstagsausgabe).

Salvini hatte am Freitag die niederländische Regierung aufgerufen, eine Lösung für die Migranten an Bord der «Sea-Watch 3» zu finden. Schliesslich fahre das Boot unter niederländischer Flagge. Die niederländische Regierung wies jedoch die Verantwortung zum Ärger hochrangiger Kabinettsmitglieder in Italien zurück.

Salvini denke an eine Klage wegen Begünstigung der Schlepperei gegen alle Crewmitglieder des Rettungsschiffes «Sea-Watch 3», verlautete laut Medienangaben aus dem römischen Innenministerium.

Italien hält seine Häfen für private Rettungsschiffe seit Monaten geschlossen und hat bereits mehrere Schiffe auf See blockiert. Rom will eine Verteilung der Migranten innerhalb der EU.