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Deutscher Datendieb handelte aus Ärger über Politiker und Prominente – und allein

Der nach dem grossangelegten Datendiebstahl bei deutschen Politikern und weiteren Prominenten festgenommene 20-jährige Verdächtige hat den Ermittlungen zufolge aus Ärger gehandelt. Und er tat dies allein, wie er gestand.
Dank Geständnis und Zusammenarbeit mit den Ermittlern rasch wieder auf freiem Fuss: der junge Mann der in Deutschland massenhaft Daten von Politikern und Prominenten geklaut und veröffentlicht hat (Symbolbild). (Bild: KEYSTONE/NICK SOLAND)

Dank Geständnis und Zusammenarbeit mit den Ermittlern rasch wieder auf freiem Fuss: der junge Mann der in Deutschland massenhaft Daten von Politikern und Prominenten geklaut und veröffentlicht hat (Symbolbild). (Bild: KEYSTONE/NICK SOLAND)

(sda/zfo)

Der Mann habe angegeben, «aus Verärgerung über öffentliche Äusserungen der betroffenen Politiker, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens gehandelt zu haben», teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Wiesbaden mit.

Sicherheitsbehörden sagten an einer Pressekonferenz aber auch: «Wir sehen kein dominantes politisches Motiv.» Zudem hätten sie keine rechtsextremen Verbindungen feststellen können. Die Behörden gehen von einem Einzeltäter aus. Mehr könne man dazu zurzeit nicht sagen.

Der junge Mann war am Sonntag im Bundesland Hessen festgenommen worden. In Vernehmungen habe er die «gegen ihn erhobenen Vorwürfe umfassend eingeräumt», erklärte das BKA. Zudem habe er «über eigene Straftaten hinaus Aufklärungshilfe geleistet». Mangels Haftgründen sei er am Montagabend wieder auf freien Fuss gesetzt worden.

Verdächtiger hat Computer beiseite geschafft

Die bei Durchsuchungen beschlagnahmten Beweismittel wie Computer und Datenträger würden nun umfassend ausgewertet. Ein Computer, den der Verdächtige beiseite geschafft habe, sei gefunden worden, hiess es weiter.

Der Datendiebstahl im grossen Stil war Ende vergangener Woche bekannt geworden. Betroffen waren davon nach Angaben des Bundesinnenministeriums zahlreiche Politiker, Journalisten und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Das Ministerium sprach am Montag von 50 bis 60 schweren Fällen sowie rund tausend weiteren, bei denen es nach den bisherigen Erkenntnissen überwiegend um reine Kontaktdaten gehe.

Seehofer äussert sich zu Fall

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer gratulierte den Sicherheitsbehörden zu ihrem schnellen Ermittlungserfolg. «Durch die gute Zusammenarbeit der Zentralstelle für Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, des Bundeskriminalamtes, des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik und der Landespolizeibehörden wurde der mutmassliche Täter schnell ermittelt», erklärte Seehofer am Dienstag in Berlin.

Der Fall sei ein «Warnschuss». Zum Thema Cyber-Sicherheit sagte Seehofer, dass die Behörden diese Sache beherrschen würden. Die verschiedenen deutschen Behördenstellen seien im Alltag im Austausch. Es gäbe regelmässige Treffen – auch mit dem Bundesnachrichtendienst. «Diese finden in einem abhörsicheren Raum statt», meinte Seehofer schmunzelnd. Da würden keine Informationen nach Aussen dringen.

Das grösste Problem bei Cyberkriminalität bieten gemäss den deutschen Behörden zu einfache Passwörter. Seehofer verrät, er sei erstaunt gewesen, als er von den Sicherheitsbehörden informiert worden sei, dass Passwörter wie «I love you» und «1 2 3 4 5» geläufig seien. Diese würden halt nicht ausreichen, um sich vor Datendiebstahl zu schützen.

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