Deutschland lehnt Absage von EU-China-Gipfel ab

Die deutsche Regierung erwägt derzeit trotz der massiven Kritik an dem Sicherheitsgesetz für Hongkong keine Absage des für September geplanten EU-China-Gipfels in Leipzig.

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Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) während einer Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) während einer Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Keystone/dpa/Bernd von Jutrczenka
(sda/dpa)

«Es gibt vieles, über das wir mit China sprechen wollen und sprechen müssen», sagte Aussenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag am Rande von EU-Beratungen. Der EU-China-Gipfel sei dafür eine gute Gelegenheit.

Ziel sei es beispielsweise, durch ein ambitioniertes Investitionsabkommen echte Fortschritte in den gemeinsamen Beziehungen zu erzielen. Zudem eröffne der Gipfel die Möglichkeit, bei China die Notwendigkeit ehrgeiziger Klimaziele einzufordern.

Chinas Volkskongress hatte am Donnerstag die Pläne für das umstrittene Sicherheitsgesetz in Hongkong gebilligt und damit die Grundlage für den offiziellen Erlass geschaffen. Das Gesetz wird international scharf kritisiert, weil es Hongkongs Parlament umgeht und sich gegen Aktivitäten richtet, die als subversiv oder separatistisch angesehen werden. Das Gesetzesvorhaben ist der bisher weitgehendste Eingriff in die Autonomie der früheren britischen Kronkolonie, wo es über Monate starke chinakritische Demonstrationen gab.

Auch Maas erneuerte am Freitag seine Kritik an dem Gesetz. «Das hohe Mass an Autonomie Hongkongs darf nicht ausgehöhlt werden», sagte er. «Wir erwarten, dass die Freiheiten und die Rechte der Bürgerinnen und Bürger durch das Basic Law und den Grundsatz «Ein Land, zwei Systeme» gewahrt werden.»