Drei Tote nach Helikopterabsturz bei Unwetter-Einsatz in Frankreich

Im Einsatz gegen die schweren Unwetter in Südfrankreich sind in der Nacht auf Montag drei Einsatzkräfte des Zivilschutzes bei einem Helikopterabsturz ums Leben gekommen. Das Unglück habe sich in der Nähe von Marseille ereignet, teilte das Innenministerium mit.

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Ein französischer Rettungshelikopter unterwegs in den Alpen bei Chamonix.

Ein französischer Rettungshelikopter unterwegs in den Alpen bei Chamonix.

KEYSTONE/AP/Anja Niedringhaus
(sda/afp)

Die drei Helfer seien auf dem Weg zu einem Rettungseinsatz gewesen, hiess es weiter. Zum Absturz kam es demnach gegen 1.30 Uhr.

Der Helikopter des Typs EC145 verlor den Angaben zufolge während eines Aufklärungs- und Rettungsfluges den Radio- und Radarkontakt. Nach Angaben von Innenminister Christophe Castaner und seinem Staatssekretär Laurent Nuñez wurden die drei Rettungskräfte in der Nähe der Stadt Le Rove im Département Var gefunden.

Während sich Frankreich darauf vorbereite, die 13 Soldaten zu verabschieden, die bei einer Hubschrauberkollision in Mali vergangene Woche ums Leben gekommen waren, verliere das Land drei «Alltagshelden, die ihr Leben gegeben haben, um die Franzosen zu beschützen», erklärten Castaner und Nuñez. Im Beisein von Staatschef Emmanuel Macron findet an diesem Montag im Hof des Pariser Invalidendoms die Gedenkfeier für die getöteten Soldaten statt.

Zwei Menschen von Fluten mitgerissen

Die Départements Var und Alpes-Maritimes wurden am Sonntag von heftigen Regenfällen heimgesucht. In Var kamen zwei Menschen durch die Unwetter ums Leben. Ein Pferdestallbesitzer aus Fréjus starb nach Angaben der Präfektur des Départements, als er von den Fluten weggerissen wurde, während er auf seine Tiere aufpasste. Im Dorf Saint-Paul-en-Forêt wurde den Angaben zufolge ein Schäfer in seinem Auto ebenfalls von den Fluten mitgerissen. Seine Leiche wurde später in seinem Fahrzeug gefunden.

Wegen schwerer Unwetterwarnungen galt am Sonntag in Var und Alpes-Maritimes die höchste Alarmstufe. Besonders betroffen waren die Küstengebiete an der französischen Riviera und dort vor allem die beiden beliebten Urlaubsorte Saint-Tropez und Sainte-Maxime und ihre Umgebung.

Nach Angaben der französischen Bahn SNCF wurde der Zugverkehr zwischen den Städten Toulon und Ventimiglia an der italienischen Grenze ab 13.30 Uhr vollständig eingestellt. Auch zwischen Cannes und Grasse fuhren keine Züge mehr. Der Bahnverkehr sollte demnach frühestens am Montagvormittag wieder aufgenommen werden, sollte die Wetterwarnung bis dahin aufgehoben sein.

Erstliga-Fussballspiel abgesagt

Das für Sonntagabend angesetzte Fussballspiel zwischen den Erstligisten AS Monaco und Paris Saint-Germain wurde auf Anweisung der Behörden des Fürstentums abgesagt.

Im Département Alpes-Maritime wurden die Kinos ab dem frühen Nachmittag geschlossen. Kulturveranstaltungen wurden abgesagt. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Waldgebiete zu meiden. In Nizza ertönten Warnsirenen, um die Bewohner zur Wachsamkeit aufzurufen. In einem grossen Supermarkt in Saint-Laurent-du-Var schlossen die Türen bereits nach Mittag, Kunden mussten das Geschäft unverzüglich verlassen.

Sintflutartige Regenfälle hatten bereits vor einer Woche in den beiden Départements zu ungewöhnlich schweren Überschwemmungen geführt. Strassen verwandelten sich in Flüsse, Schienen wurden überflutet, hunderte Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Sechs Menschen starben. Noch immer gilt für knapp 150 Gemeinden der Notstand.