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Emirate begnadigen wegen Spionage verurteilten Briten

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben einen wegen Spionage zu lebenslanger Haft verurteilten Briten begnadigt. Präsident Scheich Chalifa bin Sajed al-Nahjan habe anlässlich des Nationalfeiertags Matthew Hedges und mehr als 700 andere Gefangene begnadigt.
Der brite Matthew Hedges und seine Frau. Der 31-Jährige, der in Abu Dhabi wegen Spionage zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, wurde nun begnadigt und kann die VAE bald verlassen. (Bild: KEYSTONE/EPA DANIELA TEJADA/DANIELA TEJADA / HANDOUT)

Der brite Matthew Hedges und seine Frau. Der 31-Jährige, der in Abu Dhabi wegen Spionage zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, wurde nun begnadigt und kann die VAE bald verlassen. (Bild: KEYSTONE/EPA DANIELA TEJADA/DANIELA TEJADA / HANDOUT)

(sda/afp)

Das teilte die Regierung des Golfstaats am Montag mit. Hedges könne das Land verlassen, sobald alle Formalitäten geklärt seien. Der 31-Jährige war am Mittwoch vergangener Woche von einem Gericht in Abu Dhabi wegen Spionage zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Nach Angaben seiner Ehefrau hatte der Doktorand mehrere Jahre in dem Golfstaat gelebt, bevor er 2015 nach Grossbritannien zurückkehrte. Hedges forschte zur Aussen- und Sicherheitspolitik der Emirate in den vergangenen Jahren. Im Mai wurde er auf dem Flughafen in Dubai verhaftet.

Der britische Aussenminister Jeremy Hunt bedankte sich für die Begnadigung. «Tolle Neuigkeiten über Matthew Hedges», schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Obwohl die britische Regierung die Vorwürfe gegen Hedges zurückgewiesen habe, sei sie der Regierung der Emirate «dankbar», die Angelegenheit schnell geklärt zu haben.

Der Aussenminister der Emirate, Anwar Gargasch, erklärte, nach der Begnadigung könnten sich beide Länder nun wieder auf den Ausbau ihrer Beziehungen konzentrieren. Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten immer darauf gehofft, die Angelegenheit «über die gemeinsamen Kanäle unserer langjährigen Partnerschaft zu klären».

Die «einfache Angelegenheit» sei trotz aller Bemühungen der Emirate «unnötig kompliziert» geworden. Die Regierung in Abu Dhabi hatte bereits am Freitag erklärt, ein Gnadengesuch von Hedges Familie zu prüfen.

Hunt hatte sich am Donnerstag mit dem Botschafter Sulaiman Almasrui getroffen. Der Aussenminister berichtete im Anschluss bei Twitter von einem «konstruktiven Gespräch». Die Emirate erklärten, sie hofften auf eine «einvernehmliche Lösung» und wollten «die strategische Beziehung zu einem der zentralen Verbündeten» bewahren.

Ein Regierungsvertreter bekräftigte am Montag aber, dass Hedges aus Sicht der Emirate schuldig sei. Er sei «hundertprozentig ein Geheimdienstagent» und sei wegen der Spionagevorwürfe schuldig gesprochen worden, sagte Dschaber al-Lamki vor Journalisten in Abu Dhabi.

Hedges habe seine akademische Forschung als Tarnung benutzt. Er habe eingeräumt, Informationen über die Königsfamilie der Emirate, das Militär und dessen Beteiligung am Jemen-Krieg gesammelt zu haben.

Hedges arbeitete in den VAE an einer Doktorarbeit über die Sicherheits- und Aussenpolitik des Landes. Menschenrechtler hatten das Vorgehen gegen den Akademiker scharf kritisiert und den Behörden in Abu Dhabi Missachtung rechtsstaatlicher Prinzipien vorgeworfen.

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