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Entdeckter Krater zeigt: Ein riesiger Meteorit traf einst Grönland

Unter Grönlands Eisschild liegt ein riesiger Einschlagkrater, der womöglich erst vor rund 12'000 Jahren entstanden sein könnte. Entdeckt und untersucht hat ihn ein Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Freiburg.
Unter dem halbkreisförmigen Rand des Eisschildes im Nordwesten Grönlands entdeckten Forschende einen riesigen Einschlagkrater. (Bild: The Natural History Museum of Denmark)

Unter dem halbkreisförmigen Rand des Eisschildes im Nordwesten Grönlands entdeckten Forschende einen riesigen Einschlagkrater. (Bild: The Natural History Museum of Denmark)

(sda/dpa)

«Innerhalb des Kraters fände die ganze Stadt Paris Platz», erklärte Horst Machguth von der Universität Freiburg gemäss einer Mitteilung der Hochschule vom Mittwoch. «Der Krater wurde gebildet, als ein Eisen-Meteorit von mehr als einem Kilometer Durchmesser in Nordgrönland einschlug». Seither liege er versteckt unter fast einem Kilometer Eis.

Der 31 Kilometer breite Einschlagkrater sei einer der 25 grössten der Erde, berichtet das internationale Team um Kurt Kjær vom Zentrum für GeoGenetics am Naturhistorischen Museum der Universität Kopenhagen im Fachjournal «Science Advances». Noch nie zuvor wurde demnach ein solcher Krater unter einem der kontinentalen Eisschilde der Erde entdeckt.

Recht junger Krater

«Der Krater ist sehr gut erhalten», so Machguth. Das sei überraschend, denn Gletschereis könne den Untergrund stark erodieren und somit die Spuren des Aufpralls relativ bald entfernen. «Dies zeigt unserer Meinung nach, dass der Krater aus geologischer Sicht recht jung sein könnte.»

Möglicherweise sei er sogar erst vor 12'000 Jahren gegen Ende der letzten Kaltzeit entstanden, so Kjær. Eine Datierung des Kraters war bisher nicht möglich, soll aber im Fokus der weiteren Untersuchungen stehen. Der Zeitpunkt des Auftreffens sei wesentlich für das Verständnis, wie sich der Einschlag auf das Leben auf der Erde auswirkte, sagte Kjær. Grosse Meteoriteneinschläge können das Klima nachhaltig beeinflussen.

Die Umrisse des Kraters unter dem Hiawatha-Gletscher im Norden Grönlands waren erstmals 2015 entdeckt worden. Am äussersten Rand der Eisdecke gab es eine enorme kreisförmige Vertiefung. Doch die Wissenschaftler waren zunächst nicht sicher, ob es sich wirklich um die Spuren eines Einschlags handelt. Erst als ein Team des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven das Gebiet vom Flugzeug aus mit einem leistungsstarken Eisradar kartierte, bestätigte sich die Vermutung.

Radarmessungen und Quarzsand

«Das neue Radarsystem der AWI-Forschungsflugzeuge war genau die Art von Instrument, die wir für die Messungen brauchten», sagte Olaf Eisen, Glaziologe am Alfred-Wegener-Institut. Die Struktur sei genau zu erkennen gewesen. «Ein deutlich kreisrunder Rand, eine zentrale Erhebung, darüber sowohl gestörte als auch ungestörte Eisschichten und basale Trümmer. Alles, was einen Meteoriteneinschlag auszeichnet.»

In den Sommern 2016 und 2017 kehrte das Forscherteam an den Fundort zurück, um Proben von Sedimenten zu sammeln und die tektonischen Strukturen im Gestein am Fuss des Gletschers zu kartieren. «Ein Teil des aus dem Krater gespülten Quarzsandes hatte eben jene Deformationsmerkmale, die auf einen gewaltsamen Aufprall hindeuten», erklärte Nicolaj Larsen von der Universität Aarhus. Das sei ein schlüssiger Beweis dafür, dass die Vertiefung unter dem Gletscher ein Meteoritenkrater ist.

Der Einschlag eines Asteroiden in Nordamerika vor rund 66 Millionen Jahren trug wahrscheinlich massgeblich zum Aussterben der Dinosaurier bei. Der Durchmesser des Einschlagkraters liegt bei etwa 180 Kilometern.

Einem Anfang des Jahres im Fachblatt «Current Biology» vorgestellten Szenario zufolge fegte der Einschlag im Umkreis von etwa 1500 Kilometern alle Bäume hinweg. Weitere verschwanden bei Waldbränden weltweit. Der Ausstoss schwefelhaltiger Dämpfe führte wahrscheinlich zu saurem Regen, grosse Mengen Russ behinderten die Photosynthese von Pflanzen für Jahre und kühlten die Welt ab.

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