USA

Erneuter tödlicher Polizeieinsatz gegen Schwarzen in den USA

In den USA sorgt erneut ein tödlicher Polizeieinsatz gegen einen unbewaffneten Afroamerikaner für Entsetzen.

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In den USA ist es nach der Tötung von Afroamerikanern bei Polizeieinsätzen immer wieder zu Protesten gekommen.

In den USA ist es nach der Tötung von Afroamerikanern bei Polizeieinsätzen immer wieder zu Protesten gekommen.

KEYSTONE/AP LaPresse/CLAUDIO FURLAN
(sda/afp)

Am Donnerstag verbreitete Aufnahmen von der Körperkamera eines Beamten zeigen, wie dieser den 47-jährigen Andre Maurice Hill in der Garage eines Hauses in Columbus im Bundesstaat Ohio durch mehrere Schüsse tötet.

Der Bürgermeister von Columbus, Andrew Ginther, zeigte sich empört über den Vorfall. Wieder einmal hätten Polizisten einen Schwarzen gesehen und gefolgert, dass er kriminell und gefährlich sei, kommentierte der Anwalt Ben Crump, der mehrere Familien von Opfern von Polizeigewalt vertritt, den Tod Hills.

Video zeigt Details des Vorfalls

Die Aufnahmen zeigen, wie Hill am Montagabend auf den Polizisten zuging. Er hält ein Handy in seiner linken Hand, seine rechte Hand ist nicht zu sehen. Nur wenige Sekunden später feuert der Beamte, und Hill bricht zusammen.

Der Polizist war wegen eines geringfügigen Vorfalls zu dem Ort gerufen worden. Dabei ging es laut Medienberichten um einen Mann, der in einem Auto sass und dieses wiederholt startete und abschaltete.

Motive des Schützen unklar

Warum der Polizist schoss, ist unklar. Das Video ist ohne Ton. Hill trug keine Waffe. Laut Lokalmedien sollen gegen den Polizisten schon früher Beschwerden wegen unverhältnismässigen Gewalteinsatzes eingegangen sein.

Anfang Dezember war in Columbus der 23-jährige Casey Goodson Jr. von einem Polizisten erschossen worden, als er nach Hause zurückkehrte. Nach Angaben seiner Familie hielt er einen Sandwich in seiner Hand, den der Beamte für eine Schusswaffe hielt.

Proteste gegen exzessive Gewalt

Im ablaufenden Jahr gab es in den USA monatelange landesweite Proteste gegen exzessive Gewalt und Rassismus. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch den Tod des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota. Am Rande der überwiegend friedlichen Proteste kam es wiederholt zu Ausschreitungen.