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«Esteladas»-Grossdemo gegen Separatistenprozess in Madrid

Die Proteste gegen das Gerichtsverfahren gegen zwölf katalanische Separatistenführer haben am Samstag die spanische Hauptstadt erreicht. Erstmals machten Zehntausende Unabhängigkeitsbefürworter nicht in Barcelona ihrem Ärger Luft, sondern in Madrid.
Grosskundgebung in Madrid gegen das Gerichtsverfahren gegen zwölf katalanische Separatistenführer: Tausende verlangten «Freiheit für die politischen Gefangenen». (Bild: KEYSTONE/AP/BERNAT ARMANGUE)
Trugen den Protest der katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter erstmals in die Hauptstadt Madrid: Quim Torra (rechts), Präsident des katalonischen Regionalparlaments, und sein Vorgänger Artur Mas (links). (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/J.J GUILLEN)
Quim Torra (rechts), Präsident des Regionalparlamentes in Katalonien, beim Bad in der Menge, bevor sich die Kundgebung in Bewegung setzte. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/J.J GUILLEN)
Katalanisches Fahnenmeer in Madrid: die Proteste gegen das Gerichtsverfahren gegen zwölf katalanische Separatistenführer hat am Samstag Madrid erreicht. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/J.J GUILLEN)
«Selbstbestimmung ist kein Verbrechen» war das Motto der Grosskundgebung der katalanischen Separatisten in Madrid. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/J.J GUILLEN)
«Freiheit für die politischen Gefangenen» war die Hauptforderung an der Grosskundgebung der katalanischen Separatisten am Samstag in der spanischen Hauptstadt Madrid. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/J.J GUILLEN)
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«Esteladas»-Grossdemo gegen Separatistenprozess in Madrid

(sda/dpa)

Hier müssen sich die Angeklagten - frühere Spitzenpolitiker und Aktivisten der Konfliktregion - seit Mitte Februar vor dem Obersten Gericht verantworten. Ihnen werden unter anderem Rebellion und Aufruhr vorgeworfen.

Die Kundgebung stand unter dem Motto «Selbstbestimmung ist kein Verbrechen». Immer wieder skandierten die Menschen die Worte «Freiheit für die politischen Gefangenen!» und hielten Bilder der Angeklagten in die Höhe. Der zentrale Boulevard Paseo del Prado war ganz in die gelb-rot-blauen Farben der «Estelada» getaucht, der Flagge der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung - ein ungewohntes Bild in Madrid. Viele hielten riesige gelbe Schleifen in die Höhe, das Symbol für die Solidarität mit den Inhaftierten.

Zu der Grossdemo hatten die Organisation «Katalanische Nationalversammlung» (ANC) und rund 50 weitere Verbände und Parteien aufgerufen. Um die Teilnehmer in die Hauptstadt zu bringen, wurden einem Bericht der Zeitung «El País» zufolge 500 Busse gechartert, auch 15 Sonderzüge waren im Einsatz.

«Spanien, höre diesen Schrei!»

Angeführt wurde die Demonstration vom katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra und zahlreichen Bürgermeistern der Region. «Spanien, höre diesen Schrei nach Freiheit, diesen Schrei nach Unabhängigkeit!», sagte Torra. Das Verhältnis zwischen der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez und der Region im Nordosten Spaniens ist weiter gespannt.

500 Polizisten sollten für Sicherheit und Ordnung sorgen. Über den Demonstranten kreisten Hubschrauber. Die Atmosphäre bei dem Marsch, der bei sommerlichen Temperaturen von 25 Grad stattfand, war aber aufgelockert und friedlich.

Den zwölf Angeklagten drohen im Zuge des illegal organisierten Unabhängigkeitsreferendums vom Oktober 2017 langjährige Haftstrafen. Der umstrittene Prozess wird seit Wochen live im spanischen Fernsehen übertragen, um grösstmögliche Transparenz zu gewährleisten.

Ex-Regionalchef Carles Puigdemont, der vor der Justiz ins belgische Exil geflohen war, ist von dem Verfahren nicht betroffen. Er twitterte am Abend, der Erfolg der Demonstration berühre ihn tief: «Mit Esteladas, auf den Strassen und in fröhlicher Atmosphäre. Danke.»

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