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EU-Staaten befürworten Brexit-Aufschub bis Ende Januar

Die EU-Staaten haben sich nach Angaben von EU-Ratspräsident Donald Tusk auf einen Brexit-Aufschub bis Ende Januar geeinigt. Das teilte Tusk am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter mit.
Die EU-Staaten haben sich am Montag in Brüssel auf einen Brexit-Aufschub bis Ende Januar geeinigt. Das teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk im Kurznachrichtendienst Twitter mit. (Bild: KEYSTONE/EPA/OLIVIER HOSLET)

Die EU-Staaten haben sich am Montag in Brüssel auf einen Brexit-Aufschub bis Ende Januar geeinigt. Das teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk im Kurznachrichtendienst Twitter mit. (Bild: KEYSTONE/EPA/OLIVIER HOSLET)

(sda/dpa)

Sollte jedoch die Ratifizierung des Austrittsabkommens vorher gelingen, ist der britische EU-Austritt demnach auch vor Fristende möglich.

Der britische Premierminister Boris Johnson wollte ebenfalls am Montag über eine Neuwahl am 12. Dezember abstimmen lassen. Zuletzt hatte er jedoch keine Mehrheit im Parlament und musste im Streit um den EU-Austritt Grossbritanniens um jede Stimme kämpfen. Die Abgeordneten sollten am Nachmittag nach einer Debatte im Unterhaus abstimmen.

Um eine Neuwahl durchzubekommen, brauchte Johnson eine Zwei-Drittel-Mehrheit - und somit die Hilfe der grössten Oppositionspartei Labour.

Deren Chef Jeremy Corbyn hatte deutlich gemacht, seine Partei werde einer Neuwahl nicht im Wege stehen, sobald ein Brexit ohne Abkommen vom Tisch sei. Er wollte die Entscheidung in Brüssel über die Verlängerung der Brexit-Frist abwarten.

Neuer britischer EU-Kommissar

Premierminister Boris Johnson hatte kürzlich auf Druck des britischen Parlaments einen Antrag auf Verlängerung der Austrittsfrist bis Ende Januar beantragt, obwohl er selbst den Brexit unbedingt am 31. Oktober durchziehen wollte. Als das Unterhaus eine Eil-Ratifizierung des Austrittsvertrags ablehnte, war dieser Zeitplan aber praktisch nicht mehr zu halten.

EU-Ratspräsident Tusk empfahl den 27 bleibenden EU-Staaten schliesslich, dem britischen Antrag stattzugeben und so einen chaotischen EU-Austritt in dieser Woche zu vermeiden. Für den Fall eines No-Deal-Brexit werden enorme Turbulenzen für die Wirtschaft, Unsicherheit für die Bürger und sogar Versorgungsengpässe befürchtet.

Der britische EU-Austritt war ursprünglich für den 29. März vorgesehen, wurde aber im Frühjahr zweimal verschoben. Eine Hürde beim jetzigen Aufschub ist, dass Grossbritannien noch einmal einen Kandidaten für die neue EU-Kommission benennen muss. Das Team um die neue EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen könnte nach jetzigem Stand zum 1. Dezember starten.

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