Italien

Experte: Dritte Welle im Januar Gefahr für Corona-Impfung in Italien

Vor den ersten Impfungen gegen Corona in Italien hat ein Experte vor Gefahren für den Impfplan gewarnt, sollte im Januar eine dritte Corona-Welle hereinbrechen. «Es wäre kompliziert die grösste Massenimpfkampagne aller Zeiten in einer laufenden dritten Welle zu initiieren», sagte der von der Regierung bestellte Kommissar für den Corona-Notstand, Domenico Arcuri, im Interview mit der Zeitung «La Repubblica» (Samstag).

Drucken
Teilen
In Kalabrien ist zur Unterstützung eines Krankenhauses ein Feldlazarett der Armee aufgebaut worden. Foto: Valeria Ferraro/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

In Kalabrien ist zur Unterstützung eines Krankenhauses ein Feldlazarett der Armee aufgebaut worden. Foto: Valeria Ferraro/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Keystone/SOPA Images via ZUMA Wire/Valeria Ferraro
(sda/dpa)

Wenn Menschen nicht mobil sein können, wäre die Organisation der Impfungen Arcuri zufolge erschwert. Die zuletzt verschärften Corona-Beschränkungen der Regierung seien aber notwendig, erklärte er weiter. Die Ansteckungszahlen hätten sich zwar seit November sichtbar verlangsamt, aber der Kurvenverlauf sei noch nicht abgeflacht.

Für den Impftag am 27. Dezember sollen etwa 10 000 Corona-Impfdosen eintreffen. Kurz darauf sollen rund 1,8 Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Eine Impfpflicht ist nicht vorgesehen, wie Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte am Freitagabend bestätigte.

Die Mitte-Links-Regierung beschloss am späten Freitagabend für das Land mit rund 60 Millionen Einwohnern weitere Beschränkungen für die Zeit zwischen Weihnachten und Anfang Januar. An und vor den Feiertagen gelte quasi ein Lockdown mit strengen Ausgangs- und Reisebeschränkungen. Geschäfte, ausser die für den täglichen Bedarf, sind zu. Besuche bei Freunden und Verwandten sind nur zu zweit erlaubt. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mit eingerechnet.

Lediglich an vier Tagen (28. bis 30. Dezember und 4. Januar) sollen diese Regeln gelockert werden, so dass Geschäfte wieder offen haben und die Menschen sich freier bewegen können. Bars und Restaurants sind die ganze Zeit geschlossen, ausser für Bestellungen zum Mitnehmen. Insgesamt verzeichnete das Gesundheitsministerium seit Pandemiebeginn mehr als 67 800 Menschen, die mit Sars-CoV-2 starben, und mehr als 1,921 Millionen Corona-Infektionen.