Fauci bezeichnet Corona-Lage in USA als ernst - Maskenappell

Angesichts der immer dramatischeren Tageszahlen an Corona-Infizierten in den USA hat der führende Gesundheitsexperte Anthony Fauci dringend zum Tragen einer Maske aufgerufen.

Drucken
Teilen
ARCHIV - Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, korrigiert beim Eintreffen zu einer Anhörung des US-Senatsauschusses für Gesundheit, Bildung, Arbeit und Renten im Capitol Hill den Sitz seines Mundschutzes. Foto: Al Drago/Pool Bloomberg/AP/dpa

ARCHIV - Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, korrigiert beim Eintreffen zu einer Anhörung des US-Senatsauschusses für Gesundheit, Bildung, Arbeit und Renten im Capitol Hill den Sitz seines Mundschutzes. Foto: Al Drago/Pool Bloomberg/AP/dpa

Keystone/Pool Bloomberg/AP/Al Drago
(sda/dpa)

Die Lage sei mit Zuwächsen von täglich mehr als 60 000 Infizierten ernst und müsse sehr überzeugend angegangen werden, sagte er in einem Videochat mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Donnerstag (Ortszeit). Wenige Stunden später gab die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore am Freitagmorgen (MESZ) mit rund 77 300 gemeldeten Fällen einen neuen Höchststand an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden bekannt.

Damit wurde der bisherige Rekord von 67 800 neuen Fällen binnen eines Tages vom 10. Juli überschritten. In den USA gibt es landesweit nach wie vor keine Pflicht, eine Maske zu tragen. Der Gouverneur des südlichen US-Bundesstaats Georgia, Brian Kemp, klagte am Donnerstag gegen eine von der Grossstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich den Zahlen der JHU zufolge bislang mehr als 3,5 Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 138 000 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, sagte ferner, im Vergleich zu anderen Staaten etwa in Europa hätten die USA die Zahl der täglichen Neuinfektionen niemals auf eine minimale Basis von wenigen Dutzenden pro Tag bringen können - in den USA sei die Zahl niemals unter die Marke von 20 000 gefallen. Zu schnell sei dann in einigen Staaten der Lockdown gelockert worden.

Zuckerberg seinerseits kritisierte in dem Chat, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Corona-Pandemie deutlich weniger effizient bekämpft habe als viele andere Länder. Es sei zudem enttäuschend, dass es immer noch keine angemessenen Tests gebe und die Glaubwürdigkeit von Topwissenschaftlern sowie die der Gesundheitsbehörde CDC untergraben werde.