Alzheimer

Forscher entwickeln angeblich Methode zur Vorhersage von Alzheimer

Schwedische und britische Wissenschaftler haben nach eigener Aussage eine Methode zur Vorhersage von Alzheimer entwickelt. Anhand von Blutanalysen könne die Krankheit bereits Jahre vor dem Auftreten erster Symptome erkannt werden, schreiben sie in «Nature Ageing».

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Kleine Fehlleistungen im Alltag - wie das Verlegen von Dingen - können Anzeichen von Alzheimer sein. Bereits lange vor dem Auftauchen von ersten Symptomen soll ein Bluttest die Krankheit voraussagen.

Kleine Fehlleistungen im Alltag - wie das Verlegen von Dingen - können Anzeichen von Alzheimer sein. Bereits lange vor dem Auftauchen von ersten Symptomen soll ein Bluttest die Krankheit voraussagen.

Keystone/DPA/KARL-JOSEF HILDENBRAND
(sda/afp)

Obwohl die Hintergründe von Alzheimer noch nicht vollständig erforscht sind, gehen Experten davon aus, dass die Krankheit durch eine Anhäufung von Proteinen im Gehirn ausgelöst wird. Es wird angenommen, dass diese zur Zerstörung von Nervenzellen beitragen. Einige dieser Proteine lassen sich im Blut nachweisen.

Basierend auf dieser Erkenntnis entwickelten die Wissenschaftler ein Modell, anhand dessen sie das Risiko einer Erkrankung mit Alzheimer vorhersagen wollen. Dazu werteten sie Blutproben von mehr als 550 Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen aus. In 88 Prozent der Fälle gelang offenbar eine korrekte Vorhersage über ein mögliches Auftreten von Alzheimer innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren.

Experten bezeichneten die Methode als möglichen Durchbruch im Kampf gegen die Demenzerkrankung. Der Professor für Neurologie an der Universität Oxford, Musaid Husain, sagte am Montag, die Studie könnte ein wichtiger Schritt «zu einer früheren Diagnose sein, ebenso wie zur Erprobung neuer Therapien in früheren Stadien der Krankheit».

Weltweit leiden rund 50 Millionen Menschen an Alzheimer, der häufigsten Form von Demenz. Die Krankheit zerstört nach und nach Hirngewebe und nimmt den Betroffenen ihre Erinnerungen.

Fachpublikationsnummer https://doi.org/10.1038/s41467-020-19737-2