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Forscher lassen durch Hirnmanipulation Süsses bitter schmecken

Wer eine Diät macht, freut sich, wenn Süsses plötzlich bitter schmeckt. Denn so bleiben einem viele Dickmacher erspart, zumal wenn mit einem Mal kalorienarmer bitterer Spinat die Geschmacksnerven angenehm stimuliert. US-Forscher haben genau dies erreicht - bei Mäusen.
Gesundes auch bekömmlich schmecken lassen: Dies wollen Forscher mit einer Manipulation des menschlichen Gehirns versuchen. (Bild: KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI)

Gesundes auch bekömmlich schmecken lassen: Dies wollen Forscher mit einer Manipulation des menschlichen Gehirns versuchen. (Bild: KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI)

(sda/afp)

Wie die Wissenschaftler am Mittwoch mitteilten, hätten sie eine solche Umpolung erfolgreich bewerkstelligt. In einer Erklärung des Zuckerman-Instituts der New Yorker Columbia-Universität hiess es, die Studie der Hirnwissenschaftler befasse sich mit "neuen Strategien zum Verständnis und zur Behandlung von Essstörungen einschliesslich Fettleibigkeit und Magersucht".

Die im Wissenschaftsmagazin "Science" veröffentlichte Studie konzentriert sich auf die Amygdala (zu Deutsch: Mandelkern) im Gehirn, die eine wichtige Rolle spielt bei Emotionen wie Furcht und Lust sowie Motivation, Überlebensinstinkt und Stressbewältigung.

Mit Laserstrahlen angeregt

Die Forscher fanden durch Experimente an Mäusen heraus, dass die Amygdala wie die Grosshirnrinde über separate Regionen mit geschmacklichen Eigenschaften verfügt. Nach Angaben eines der Ko-Autoren der Studie, Li Wang, konnten die Wissenschaftler die entsprechenden Gehirnregionen "manipulieren und die sich daraus ergebenden Verhaltensänderungen überprüfen". Das Team benutzte Laserstrahlen, um Neuronenverbindungen zur Bitter- oder Süssregion bei den Labormäusen anzuregen.

Bei Stimulierung der Süssregion reagierten die Mäuse auf normales Wasser als wäre es süss. Die Forscher konnten jedoch auch die Geschmacksempfindung von süss in bitter ändern oder umgekehrt. In einem weiteren Experiment, bei dem die Wissenschaftler die Amygdala-Verbindungen "ausschalteten", nicht aber die Geschmacksfunktion der Grosshirnrinde, frassen die Mäuse, ohne eine besondere Vorliebe für Süsses oder Abneigung gegenüber Bitterem zu zeigen.

"Es wäre so, als nähmst du einen Bissen von deinem Lieblingsschokoladenkuchen, ohne dabei Genuss zu empfinden", erklärte Wang. "Und nach ein paar weiteren Happen hörst du auf von dem Kuchen zu essen, den du normalerweise heruntergeschlungen hättest".

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