Forscher lüften Geheimnisse des «Mädchens mit dem Perlenohrring»

Die bisher grösste wissenschaftliche Untersuchung des berühmten Gemäldes «Das Mädchen mit dem Perlenohrring» von Johannes Vermeer (1632-1675) hat überraschende neue Erkenntnisse über den Maler und seine Arbeitsweise erbracht.

Drucken
Teilen
Banksys Streetart-Version von Vermeers «Mädchen mit dem Perlenohrring» wurde aus Gründen der Aktualität mit einem Mundschutz versehen. Indessen haben Forscher das Originalbild untersucht und überraschende Entdeckungen gemacht. (Archivbild 22.4.)

Banksys Streetart-Version von Vermeers «Mädchen mit dem Perlenohrring» wurde aus Gründen der Aktualität mit einem Mundschutz versehen. Indessen haben Forscher das Originalbild untersucht und überraschende Entdeckungen gemacht. (Archivbild 22.4.)

Keystone/AP PA/BEN BIRCHALL
(sda/apa/dpa)

«Wir sind dem Bild sehr viel näher gekommen als jemals zuvor», sagte die Direktorin des Den Haager Mauritshuis, Martine Gosselink, am Dienstag.

Das grösste Geheimnis aber, nämlich wer das Mädchen auf dem Bild ist, konnten die Forscher nicht lüften. Sie entdeckten nach Angaben des Museums, dass Vermeer hinter dem Mädchen ursprünglich einen grünen Vorhang gemalt hatte. Der war im Laufe der Zeit verschwunden. Ausserdem sahen sie mit Hilfe von Röntgen-Scannern die feinen Wimpern des Mädchens, die mit dem menschlichen Auge nicht zu sehen sind.

Der «Perlenohrring», so das Museum, sei nur «eine Illusion». Der Ohrring schwebe, denn es gebe keinen Haken, mit dem er am Ohr befestigt sein müsste. Dank der Untersuchung ist nun erstmals auch die Farbpalette Vermeers detailliert beschrieben.

Ein internationales Forscherteam hatte das von 1665 bis 1667 gemalte Bild im März 2018 mit den neuesten Scannern und Techniken untersucht. Jetzt machte das Museum auf einer virtuellen Pressekonferenz die Ergebnisse bekannt. Es war nach 1994 die zweite grosse wissenschaftliche Untersuchung des Meisterwerkes.