Frankreich würdigt am 14. Juli Pflegekräfte für Corona-Einsatz

Mit einer Zeremonie hat Frankreich an seinem Nationalfeiertag Pflegekräften für ihren Einsatz im Kampf gegen Corona gedankt. Staatschef Emmanuel Macron, Regierungschef Jean Castex und Gäste - darunter Bundesrat Alain Berset - versammelten sich im Herzen von Paris.

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Gesundheitsminister Alain Berset in Paris an der Feier anlässlich des französischen Nationalfeiertags.
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Der französische Staatschef Emmanuel Macron im Gespräch mit dem Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset.
Der französische Staatschef Emmanuel Macron passiert das Schweizer Armeedetachement an der Feier in Paris zum französischen Nationalfeiertag.

Gesundheitsminister Alain Berset in Paris an der Feier anlässlich des französischen Nationalfeiertags.

KEYSTONE/AP/Christophe Ena
(sda/dpa)

Wegen der Corona-Krise war das traditionelle Programm für den 14. Juli geändert worden. Die übliche Militärparade fiel erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs aus. Stattdessen gab es eine feierliche Zeremonie auf der Place de la Concorde. Daran nahmen nur geladene Gäste teil, der Platz war hermetisch abgeriegelt.

Unter den Gästen war auch Gesundheitsminister Alain Berset. Er war neben Amtskollegen aus Deutschland, Luxemburg und Österreich vom französischen Präsidenten Macron eingeladen worden. Dieser bedankte sich damit bei der Schweiz für die Aufnahme von 52 französischen Covid-19-Patienten in Schweizer Spitälern.

Gespräch mit Maske

Berset unterhielt sich an der Feier im Regen mit Macron. Macron bedankte sich dabei erneut für die Schweizer Hilfe und Solidarität zugunsten Frankreichs. Beide trugen dabei eine Gesichtsmaske. Berset ist der erste Schweizer Bundesrat, der an der militärischen Parade zum 14. Juli in Paris teilgenommen hat.

An der Feier marschierte Berset gemeinsam mit vier Schweizer Soldaten und der Schweizer Fahne auf. Auch den drei anderen geladenen ausländischen Gästen wurde diese Ehre zuteil. Im Anschluss daran traf sich der Schweizer Gesundheitsminister mit seinen drei Amtskollegen zu einem Arbeitsessen.

Normalerweise hat der 14. Juli Volksfestcharakter - Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer schauen sich die Feierlichkeiten in Paris an. Dieses Jahr konnten die Feierlichkeiten nur im Fernsehen live mitverfolgt werden.

Macron hatte neben Pflegerinnen und Pflegern auch Lehrkräfte, Bestattungspersonal, Feuerwehrleute und Sicherheitskräfte eingeladen. Damit wollte er ihnen für ihren Einsatz während der Krise danken. Sie sassen auf Tribünen, die rund um den Platz aufgestellt waren.

Milliarden-Finanzpaket

Die Zeremonie endete mit einer Hommage an die Pflegekräfte. Etwa zwei Dutzend Pflegerinnen und Pfleger sowie Ärztinnen und Ärzte versammeln sich auf dem Platz. Alle Gäste erhoben sich, es gab Applaus, und die Nationalhymne «Marseillaise» wurde gesungen. Macron trat anschliessend von die Tribüne und wechselte ein paar Worte mit einigen von ihnen. Etwas später ging er noch durch die Reihen und sprach mit anderen Gästen.

Am Montag hatte die Regierung ein mehr als acht Milliarden Euro schweres Finanzpaket für neue Tarifverträge im Gesundheitssektor unterzeichnet. Darin sind auch Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal vorgesehen. Zuvor hatte es immer wieder Streiks in den Krankenhäusern gegeben - die Mitarbeiter monierten schlechte Arbeitsbedingungen und zu wenig Geld.

Während der Zeremonie zeichnete die Kunstflugstaffel Patrouille de France die Nationalfarben Frankreichs in den Himmel. Die Feierlichkeiten begannen mit einer Hommage an den Weltkriegshelden und späteren Präsidenten Charles de Gaulle (1890-1970), dessen 50. Todestag dieses Jahr begangen wird. Anschliessend marschierten zahlreiche Militäreinheiten.

Angst vor zweiter Welle

Mehrere Partnerländer hatten im Frühjahr Corona-Patienten aus Ostfrankreich behandelt. Diese Region war besonders schlimm von der Pandemie betroffen.

Frankreich gehört in Europa zu den Ländern, die von der Coronavirus-Pandemie hart getroffen wurden, rund 30'000 Menschen starben. Wie in anderen Staaten auch wird eine «zweite Welle» der Pandemie befürchtet. Nach Angaben der Industriestaatenorganisation OECD könnte die französische Wirtschaft 2020 im schlimmsten Fall um mehr als 14 Prozent schrumpfen. Grosse Industrieunternehmen wie Airbus oder Renault kündigten bereits den Abbau Tausender Stellen an.

Nach der Feier wollte der 42 Jahre alte Macron in einem TV-Interview seinen Landsleuten erklären, wie er sich den Weg aus der schweren, coronabedingten Krise vorstellt. Erst zu Monatsbeginn hatte der seit gut drei Jahren amtierende Staatschef den Krisenmanager Jean Castex zum neuen Premierminister ernannt und mehrere wichtige Ressorts der Mitte-Regierung neu besetzt. Nach den Sommerferien soll es einen Wiederaufbauplan der Regierung geben, um die Beschäftigung im Land abzusichern.

Frankreich erinnert mit dem 14. Juli an den Sturm auf die als Gefängnis genutzte Pariser Festung Bastille im Jahr 1789, der als Beginn der Französischen Revolution angesehen wird.