Früherer Uno-Generalsekretär Javier Perez de Cuellar gestorben

Der Peruaner Javier Perez de Cuellar, der von 1982 bis 1991 Uno-Generalsekretär war, ist im Alter von 100 Jahren in Lima gestorben. Das teilte sein Sohn am Donnerstagmorgen mit.

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Der ehemalige UNO-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar ist im Alter von 100 Jahren verstorben. (Achrivbild)
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Der damalige UNO-Generalsekretär Javier Perez de Cuellar im Gespräch mit dem ehemaligen Bundesrat René Felber (rechts)

Der ehemalige UNO-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar ist im Alter von 100 Jahren verstorben. (Achrivbild)

KEYSTONE/AP/SANTIAGO LLANQUIN
(sda/afp/dpa)

«Mein Vater ist um 08.09 Uhr (Ortszeit) nach einer schwierigen Woche von uns gegangen. Er ruhe in Frieden», teilte Francisco Perez de Cuellar dem peruanischen Radio-Sender RPP mit.

Javier Perez de Cuellar war 1920 in der peruanischen Hauptstadt Lima geboren worden. Zum 100. Geburtstag am 19. Januar hatte der heutige Amtsinhaber Antonio Guterres Perez de Cuellar noch gratuliert. Viele Male habe er an Perez de Cuellar gedacht, wenn er nach «Inspiration und Orientierung» gesucht habe, erklärte Guterres.

Fünfter Uno-Generalsekretär

Perez de Cuellar war der fünfte Uno-Generalsekretär in der Geschichte dieser Institution und Nachfolger des umstrittenen Österreichers Kurt Waldheim. 1988 nahm er stellvertretend für die Uno-Blauhelme den Friedensnobelpreis entgegen. Zuvor hatte der Jurist als langjähriger Diplomat den südamerikanischen Staat in mehreren Ländern vertreten.

So kannte Perez de Cuellar die Schweiz sehr gut. Er war von 1962 bis 1966 als peruanischer Botschafter in der Schweiz tätig. Anschliessend folgten Botschaftsposten in der Sowjetunion (1969 bis 1971) sowie in Polen und Venezuela. Ab 1979 arbeitete er für die Uno

Perez de Cuellar galt als Meister der stillen Diplomatie. In seinen zehn Jahren an der Spitze der Weltorganisation gelang es dem peruanischen Juristen, den Vereinten Nationen nach Jahrzehnten der Selbstblockade während des Kalten Kriegs wieder neues Ansehen zu verschaffen.

Schwere erste Amtszeit

Perez de Cuellar erlebte nach seinem Amtsantritt 1981 zunächst eine schwere erste Amtszeit. Nach dem Scheitern der Friedensbemühungen auf Zypern, den Falkland-Inseln, im Libanon und in Afghanistan wollte er 1986 enttäuscht aufgeben, liess sich schliesslich aber zu einer zweiten Amtszeit überreden.

Vom Jahr 1988 an zahlte sich sein zähes Verhandlungsgeschick aus. Es kam zu einem Waffenstillstand am Golf, dem Abzug der Sowjets aus Afghanistan und mehreren Erfolgen in Afrika. 1991 schied «Don Javier» hoch geachtet in Ost und West aus dem Amt.

Vier Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt kandidierte Perez de Cuellar für die peruanische Präsidentschaft, unterlag aber gegen Alberto Fujimori. 2000/2001 fungierte er vorübergehend als Regierungschef. Danach übernahm er bis zu seinem Ruhestand 2004 das Amt des peruanischen Botschafters in Paris.