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«Herzzerreissende Zeit»: Flammenhölle von Malibu trifft auch Promis

Déjà-vu in Malibu: Wieder brennen Promi-Villen ab und Stars fliehen vor der Feuersbrunst. Thomas Gottschalk, US-Sängerin Miley Cyrus oder der kanadische Rocker Neil Young haben ihr Haus verloren, Uschi Obermaier bangt um ihres. Das Ex-Model will Kalifornien verlassen.
Der Schauspieler Gerard Butler vor seinem niedergebrannten Haus in Malibu. (Twitter/@GerardButler)

Der Schauspieler Gerard Butler vor seinem niedergebrannten Haus in Malibu. (Twitter/@GerardButler)

(sda/dpa)

Wie Zehntausende Menschen in Südkalifornien hat auch Uschi Obermaier die Flucht vor den Flammen ergriffen. «Heute habe ich wirklich richtig Angst, denn die Feuer sind schon nah, und dazu kommen die Santa-Ana-Winde mit bis zu 60 Meilen pro Stunde», erzählt die gebürtige Münchnerin im Telefon-Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Gewöhnlich lebt sie in den Hügeln des Topanga Canyon, östlich von Malibu. Doch die gesamte Region ist evakuiert, das Ex-Model hat mit seinem Hund bei einer Freundin in sicherer Entfernung Unterschlupf gefunden.

Die 72-Jährige bangt um ihr Haus am Rand der Santa-Monica-Berge. Seit 15 Jahren lebt sie dort, mitten in der Natur, aber auch «mitten in einer gefährlichen Windschneise», sagt Obermaier, eines der bekanntesten Gesichter der 1968er Bewegung in Deutschland. Feuer hat sie in dem dürregeplagten Staat schon häufig erlebt. «Doch die Brände sind eindeutig schlimmer geworden».

Feuerwehrleute löschen Buschbrände in Westhills. Die Brände begannen bereits am 8. November (Bild: EPA/EUGENE GARCIA, 11. November 2018)
Die Feuerwehr versucht einen Hotspot in Malibu zu löschen. Bestärkt durch starke Winde haben die Brände 150 Häuser und riesige Landflächen verwüstet. (Bild: EPA/MIKE NELSON, 8. November 2018)
Wie im Krieg: Der Evakuierte Greg Gibson sucht nach Informationen über seine vermissten Nachbarn. Aufgenommen in der Neighborhood Church in Chico. (Bild: AP Photo/Gillian Flaccus, 13. November 2018).
Die Menschen hängen Anschläge auf, um nach Evakuierten, vermissten Familienmitgliedern oder Freunden zu suchen. Aufgenommen ebenfalls in der Neighborhood Church in Chico (Bild: AP Photo/Gillian Flaccus, 13. November 2018).
Foto aus einem ehemaligem Wohnwagen-Platz in Paradise. Die Rettungskräfte suchen nach Toten. (Bild: AP Photo/John Locher, 14. November 2018)
Eine Froschskulptur bei einem zerstörten Haus in Malibu. (Bild: AP Photo/Reed Saxon, 13. November 2018)
Surfboards in einem zerstörten Volkswagen in der Dume Drive in Malibu. (Bild: AP Photo/Reed Saxon, 13. November 2018)
Ein California Highway Patrol Officer kontrolliert, ob die Dame, die nach Malibu zurück will, auch tatsächlich dort Wohnsitz hat. Der Evakuationsbefehl wurde für den Ostteil der Stadt aufgehoben. (Bild: AP Photo/Reed Saxon/13. November 2018)
Feuerwehrmänner beim Ersticken von Glutherden und mähen von Brandschneisen im Hügelland im westlichen Kalifornien. (Bild: Eugene Garcia, 11. November 2018)
Brandschwarze Bäume und ein vom Rauch verdeckter Himmel. (Bild: Peter Dasilva/EPA (Paradise, 11. November 2018))
Ein Feuerwehrmann überwacht das Hinterland eines vom Feuer verschonten Hauses. (Bild: Eugene Garcia (West Hills, 11. November 2018))
Ausgebrannte Geschäfte im Ortszentrum von Paradise. (Bild: Peter Dasilva/EPA, 11. November 2018))
Ein kalifornischer Feuerwehrmann nach einem Brandbekämpfungseinsatz mit rot verfärbtem feuerhemmenden Mittel. (Bild: Eugene Garcia (West Hills, 11. November 2018))
Ausgebrannter Rasenmäher vor einem ebenfalls total zerstörten Haus im Ortszentrum von Magalia. (Bild: Peter Dasilva/EPA, 11. November 2018))
Feuerwehrmänner bei der Brandbekämpfung im Hügelland im westlichen Kalifornien. (Bild: Eugene Garcia, 11. November 2018)
Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten im Hügelland im westlichen Kalifornien. (Bild: Eugene Garcia, 11. November 2018)
Feuerwehrmänner bei Löscharbeiten im Hügelland im westlichen Kalifornien. (Bild: Eugene Garcia, 11. November 2018)
Zwei Anwohner beobachten die Rauchwolken der Brände in Malibu. (Bild: Mike Nelson/AP, 9. November 2018))
Satellitenbild der Gegend um die Ortschaft Paradise. (Bild: EPA, 9. November 2018))
Ein Feuerwehrmann im Kampf gegen die Waldbrände. (Bild: John Locher, Maglia, 9. November 2018))
Unzählige Häuser stehen in Flammen. (Bild: Peter Da Silva, Maglia, 9. November 2018))
Die Feuerwehrkräfte sind im Dauereinsatz. (Bild: Ringo H.W. Chiu/AP, 9. November 2018))
Apokalyptische Stimmung in Butte County: Verlassene Autos geflohener Anwohner. (Bild: Peter Dasilva/EPA (9. November 2018))
Die Kraft des Feuers. (Bild: Peter Dasilva/EPA (Butte County, 9. November 2018)
Feuerwehrmann Steve Millosovich bringt Katzen vor dem Feuer in Big Bend in Sicherheit. Der Käfig war offenbar von einem Pick-Up gefallen. (Noah Berger/AP (Big Bend, 9. November 2018))
Eine Anwohnerin in den Ruinen ihres Hauses. Sie blieb auf ihrem Grundstück, um ihre 14 Pferde zu beschützen. Sie überlebten. (Bild: John Locher/AP (Paradise, 9. November 2018)
Die Überreste eines Hauses in Malibu. (Bild: Mike Nelson (Malibu, 9. November 2018))
Besitzer füttern ihre Pferde in der Evakuierungszone am Zuma Beach in Malibu. (Bild: Reed Saxon/AP (Malibu, 9. November))
Ein Stück Kunst ausserhalb eines zerstörten Hauses. (Bild: Rich Pedroncelli/AP (Paradise, 9. November 2018))
Anwohner versuchen ihre Häuser zu retten. (Bild: Reed Saxon/AP (Malibu, 9. November 2018))
Freiwillige ordnen Spenden für Betroffene der Feuersbrunst. (Bild: Adam Davis/EPA (Woodland Hills, 9. November 2018))
Mehrere Waldbrände in Kalifornien haben Tausende Menschen in die Flucht geschlagen. (AP Photo/Noah Berger)
Nach Darstellung der Behörden waren im Bezirk Butte County 15'000 Häuser von den Flammen bedroht. (EPA/PETER DASILVA)
Bilder aus der Kleinstadt Paradise zeigten dicke, schwarze Rauchwolken und brennende Gebäude. Diese Geschäfte laufen dem Inhaber der Autos dann wohl doch zu heiss. (AP Photo/Noah Berger)
In der Stadt Paradise brennt ein Lieferwagen. (AP Photo/Noah Berger)
Patienten müssen in Paradise evakuiert werden. (AP Photo/Noah Berger)
Feuerwehrmänner- und frauen im Einsatz. (AP Photo/Noah Berger)
Flammen fressen sich durch ein Restaurant der Kette "Kentucky Fried Chicken" in Paradise. (AP Photo/Noah Berger)
Die Stadt Paradise ist für die Anwohner zurzeit wohl mehr Hölle als Paradies. (AP Photo/Noah Berger)
Die Behörden meldeten bereits mehrere Tote. (AP Photo/Noah Berger)
Ein Auto in Flammen. (EPA/PETER DASILVA)
Hillery Johnson (rechts) verlor ihr gesamtes Hab und Gut ausser ihr Pferd Augie. (EPA/PETER DASILVA)
Ein Mitarbeiter der Feuerwehr bekämpft die Flammen. (EPA/PETER DASILVA)
Pferde in Paradise. (EPA/PETER DASILVA)
Die Flammen des Waldbrandes im Bell Canyon von oben. (EPA/MIKE NELSON)
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Waldbrände in Kalifornien hinterlassen eine Schneise der Verwüstung

Nach einem Ausflug war sie am Freitag in ihr Haus zurück gekommen. Da türmten sich bereits dicke Rauchwolken hinter dem Canyon auf. «Da sinkt dir schon mal das Herz in die Knie», erzählt Obermaier am Sonntag (Ortszeit). Die Ampeln gingen nicht mehr, auch im Haus kein Strom, kein Telefon. Nur mit ihrem Hund und ein paar Anziehsachen machte sie sofort kehrt, wie sie erzählt. Wie viele andere bangt die Wahlkalifornierin nun um ihr Zuhause.

31 Tote in Paradise und Malibu

Für manche sind die schlimmsten Befürchtungen bereits wahr geworden - es sind dramatische Bilder, die das Flammenmeer und das Ausmass der Zerstörung in mehreren Regionen zeigen. Besonders tragisch ist es für die Kleinstadt Paradise im Norden des Bundesstaates. Dort zerstörte das Feuer seit Donnerstag mehr als 6000 Häuser. In Paradise und in Malibu starben mindestens 31 Menschen in den Flammen.

Rund um Malibu wütete das sogenannte «Woolsey»-Feuer und trieb zahlreiche Prominente in die Flucht. Auch Thomas Gottschalk (68) und seine Frau Thea sind betroffen: Sein Haus sei zerstört, sagte der Entertainer der dpa am Sonntag auf Anfrage. «Ich kann dazu gar nichts sagen, weil mir die Worte fehlen», sagte Gottschalk der «Bild»-Zeitung vom Montag. «Ich hatte das Gedicht 'Der Panther' in der Handschrift von Rainer Maria Rilke an der Wand hängen. Das ist ebenso in Flammen aufgegangen wie das Treppenhaus, durch das meine Kinder immer getobt sind.»

Seine Nachbarin, die US-Sängerin Miley Cyrus (25), ist ebenfalls betroffen. «Mein Haus steht nicht mehr, aber die Erinnerungen bleiben, die ich mit Familie und Freunden geteilt habe», schrieb sie auf Twitter. Bestsellerautorin Cornelia Funke hat wegen der verheerenden Brände ihre Farm in Malibu verlassen, wie sie auf ihrer Homepage schrieb. Ein Freund und seine Kollegen passten demnach auf das Haus und die Scheune auf.

Mit einem Foto von sich vor qualmenden Trümmern und einem ausgebrannten Auto gab Hollywood-Star Gerard Butler (48, «300») seinen Verlust kund. «Herzzerreissende Zeit in ganz Kalifornien», schrieb er und dankte gleichzeitig den Feuerwehrleuten für deren unermüdlichen Einsatz.

«Doctor Strange»-Regisseur betroffen

«Wir haben unser Haus verloren», schrieb «Doctor Strange»-Regisseur Scott Derrickson bereits am Freitag auf Twitter, aber er sei mit seiner Familie dem «Inferno» entkommen. Am Sonntag postete er ein Foto von wenigen Habseligkeiten, die er in der Asche «völlig intakt» vorgefunden habe, darunter eine Pflanzenschale, ein Plastikspielzeug und ein verrusstes Glas.

Seine beiden Söhne treffe der Verlust ihrer Sachen schwerer, schrieb Derrickson bei dem Kurznachrichtendienst. Der deutsche Regisseur Wim Wenders, ein Freund der Familie, habe seinem 15-jährigen Sohn Trost zugesprochen: «Halte an deinen Erinnerungen fest; die kann niemand verbrennen.»

Auch Sänger Robin Thicke und der kanadische Rocker Neil Young schrieben in sozialen Medien über den Verlust ihrer Häuser. Andere teilten dagegen erleichtert mit, dass sie von den Flammen verschont wurden. «Wir hatten sehr, sehr viel Glück», freute sich die TV-Persönlichkeit Caitlyn Jenner am Sonntag in einem Video auf Instagram. Die Hügel um sie herum seien alle schwarz verbrannt, doch ihr Haus in Malibu stehe noch, inmitten der Zerstörung.

Streisands Dank an Feuerwehrleute

Sängerin Barbra Streisand, langjährige Hausbesitzerin in dem Promi-Ort, dankte am Sonntag in einem Tweet allen Feuerwehrleuten, «die ihr Leben in Zeiten wie diesen aufs Spiel setzen». Ob ihre Villa noch steht, schrieb sie nicht.

Das Ausmass und die Wucht der Feuer sei nur schwer vorstellbar, meint Obermaier. Bis zum Meer hätten sich die Flammen vorgefressen, auf der Küstenstrasse sei glühende Asche geflogen. Die Bedrohung durch Feuer halte nun das ganze Jahr über an. «Früher gab es eine Feuersaison, die von September bis Dezember dauerte, nun haben wir ständig Brände», klagt Obermaier. Der Klimawandel mit anhaltenden Dürren verschärfe die Situation.

Sie habe Kalifornien lange geliebt, doch aus vielen Gründen - «nicht nur wegen der Feuer und wegen Donald Trump» - wolle sie nun wegziehen. Sie habe sich ein Haus an der Algarve-Küste in Portugal gesucht, erzählt die 72-Jährige. Doch Malibu wird auch die jüngste Brandkatastrophe überleben, glaubt Obermaier. «Die Leute bauen ihre Häuser alle wieder auf.»

Das war zumindest in der Vergangenheit immer der Fall. Auch 1993, nach einem der schlimmsten Brände im Umland von Malibu, als drei Menschen ums Leben gekommen waren. Damals brannten knapp 300 Häuser ab, darunter die Villen der Schauspieler Sean Penn und Ali McGraw.

Das Surferparadies ist nach wie vor ein Magnet für Prominente: Sängerin und Schauspielerin Lady Gaga, Regisseur und Oscar-Preisträger Guillermo del Toro, Reality-Star Kim Kardashian, Tom Hanks, Martin Sheen, Orlando Bloom sind nur einige der berühmten Namen. «Es ist ja auch ein wunderschöner Platz», sagt Obermaier. «Und Sicherheit gibt es nirgendwo mehr.»

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