Hochhäuser in Indien wegen Missachtung von Küstenschutz gesprengt

Mit spektakulären Sprengungen haben die Behörden im südindischen Bundesstaat Kerala zwei Hochhaus-Komplexe mit 343 Wohnungen beseitigen lassen. Diese waren unter Missachtung der Vorschriften zum Küsten- und Umweltschutz in bester Lage errichtet worden.

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Zunächst wurde am Samstag das 19-Etagen-Hochhaus H20 Holy Faith in der Küstenstadt Kochi zu Fall gebracht, wenige Minuten später brachen die Doppeltürme des Alfa Serene zusammen.

Zunächst wurde am Samstag das 19-Etagen-Hochhaus H20 Holy Faith in der Küstenstadt Kochi zu Fall gebracht, wenige Minuten später brachen die Doppeltürme des Alfa Serene zusammen.

KEYSTONE/AP
(sda/afp)

Zunächst wurde am Samstag das 19-Etagen-Hochhaus H20 Holy Faith in der Küstenstadt Kochi zu Fall gebracht, wenige Minuten später brachen die Doppeltürme des Alfa Serene zusammen. Die Bautrümmer sollen am Sonntag weggeräumt werden.

Es ist äusserst selten, dass Bausünden von den indischen Behörden geahndet werden. Doch in diesem Fall hatte der Oberste Gerichtshof Indiens im vergangenen Jahr geurteilt, der Bau der Hochhaus-Komplexe sei unter Missachtung der Bestimmungen zum Schutz der ökologisch gefährdeten Küstenzone erfolgt und bedeute einen «kolossalen» Schaden für die Umwelt.

Der Streit um den geplanten Abriss zog sich über Jahre hin. Die Bewohner der Luxus-Apartments machten geltend, dass sie ihre Ersparnisse guten Glaubens in die neuen Wohnungen investiert hatten. Als sie sich weigerten, die Gebäude zu verlassen, drehten die Behörden die Wasser- und Stromversorgung ab. Der Streit um Entschädigungszahlungen könnte sich nun ebenfalls Jahre hinziehen.

Die Küstengebiete in Kerala beheimaten sensible ökologische Systeme. Hinter der vorderen Küstenlinie befinden sich zahlreiche Haffs mit Brackwasser. Darüber hinaus gibt es an der Küstenseite oftmals Springfluten. Im Jahr 2018 kamen bei Überschwemmungen in Kerala mehr als 400 Menschen ums Leben.