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Hunderttausende protestieren gegen Regierung in Nicaragua

Bei einer der grössten Demonstrationen der vergangenen Jahre sind in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua hunderttausende Menschen gegen die Regierung auf die Strasse gegangen. Dabei kam es erneut zu Verletzten.
Grossprotest gegen Nicaraguas Präsident Daniel Ortega in der Hauptstadt Managua. (Bild: KEYSTONE/AP/ESTEBAN FELIX)

Grossprotest gegen Nicaraguas Präsident Daniel Ortega in der Hauptstadt Managua. (Bild: KEYSTONE/AP/ESTEBAN FELIX)

(sda/dpa/ap)

Die Demonstranten forderten am Mittwoch den Rücktritt von Präsident Daniel Ortega. Zudem machten sich die Kundgebungsteilnehmer für Gerechtigkeit für die Opfer der jüngsten Krawalle stark. In der ersten Reihe marschierten in schwarz gekleidete Frauen mit Fotos ihrer Kinder und Enkel, die bei den blutigen Protesten der vergangenen Wochen ums Leben gekommen waren.

Bewaffnete eröffneten bei den Anti-Regierungsprotesten das Feuer auf Demonstranten, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Die Schüsse versetzten Tausende Protestierende in Panik, sie rannten los, um Schutz zu suchen. Unbestätigten Berichten zufolge wurden mehrere Menschen verletzt. Ein AP-Fotograf sah, wie ein Mann mit Kopfwunde und Tuch über seinem Oberkörper, vermutlich tot, weggetragen wurde.

Bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten, Regierungsanhängern und Sicherheitskräften waren zuletzt nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten rund 80 Menschen getötet worden. Auch die Demonstration am Mittwoch wurde laut Medienberichten wieder von Regierungsanhängern angegriffen. Bei Auseinandersetzungen in La Trinidad kam ein Mensch ums Leben, 27 weitere wurden verletzt.

Die Proteste hatten sich ursprünglich an einer geplanten Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge entzündet. Mittlerweile fordern die Demonstranten allerdings den Rücktritt von Ortega sowie ein Ende der Unterdrückung und der Pressezensur. Der reichste Mann des mittelamerikanischen Landes und Chef des Unternehmerverbands, Carlos Pellas, forderte in einem Interview Neuwahlen.

Proteste fordern fünf Tote

Bei den anhaltenden Massenprotesten in Nicaragua sind am Mittwoch mindestens fünf Menschen gestorben. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Regierungsanhängern und -gegnern wurden zudem mehr als 20 Menschen verletzt, wie Polizei und Opposition mitteilten.

Zwei Nachrichtensender der Opposition wurden demnach angegriffen. In der Hauptstadt Managua schossen nach Polizeiangaben Vermummte auf Familien, die an einer Kundgebung für die Regierung teilnahmen, und verletzten zwölf Menschen, darunter fünf Polizisten. Zwei Mitglieder der Jugendorganisation der regierenden sandinistischen Partei (FSLN) starben später.

Das nicaraguanische Menschenrechtszentrum berichtete von zwei Toten und zwölf Verletzten bei Zusammenstössen im nördlichen Verwaltungsbezirk Esteli. Ein fünfter Mensch starb, als Regierungsanhänger in Managua das Feuer auf eine Kundgebung eröffneten.

sda/afp

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