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Jura-Professor und Medienmogul nach eigenen Angaben in Stichwahl

Bei der Präsidentschaftswahl in Tunesien sind der unabhängige Jura-Professor Kais Saied und der im Gefängnis sitzende Medienmogul Nabil Karoui nach eigenen Angaben in die Stichwahl eingezogen. Die Wahlbeteiligung sank allerdings.
Bei der Präsidentschaftswahl in Tunesien haben sich lange Schlangen vor den Wahllokalen gebildet, so in La Marsa, einem Vorort von Tunis. (Bild: KEYSTONE/AP/MOSA'AB ELSHAMY)Bei der Präsidentschaftswahl in Tunesien haben sich lange Schlangen vor den Wahllokalen gebildet, so in La Marsa, einem Vorort von Tunis. (Bild: KEYSTONE/AP/MOSA'AB ELSHAMY)
Zwei Frauen vor einem Wahllokal in Tunis mit tintengefärbtem Zeigefinger - der Beleg, dass sie an den Präsidentenwahlen teilnahmen. (Bild: KEYSTONE/EPA/MOHAMED MESSARA)Zwei Frauen vor einem Wahllokal in Tunis mit tintengefärbtem Zeigefinger - der Beleg, dass sie an den Präsidentenwahlen teilnahmen. (Bild: KEYSTONE/EPA/MOHAMED MESSARA)
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Jura-Professor und Medienmogul nach eigenen Angaben in Stichwahl

(sda/afp/dpa)

Beide Lager stützten sich auf zwei am Sonntagabend nach Schliessung der Wahllokale veröffentlichte gleichlautende Prognosen, wonach Saied vier Prozentpunkte vor Karoui lag. Zwar bildeten sich am Morgen bereits vor Öffnung der Wahllokale an einigen Orten längere Schlangen, doch später sank das Interesse der Menschen deutlich: Die Wahlbeteiligung lag nach Behördenangaben bei 45 Prozent und damit deutlich niedriger als 2014. Bei der Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren gingen noch 62,9 Prozent der registrierten Wähler an die Urnen.

Er sei «der Erste im ersten Durchgang», erklärte Saied, der als unabhängiger Kandidat angetreten war. Der 61-Jährige hatte sich im Wahlkampf bewusst von allen Parteien distanziert und setzte auf einen Tür-zu-Tür-Wahlkampf.

Offener Ausgang

Ein Vertreter von Karouis Partei erklärte wiederum: «Nabil Karoui ist in der zweiten Runde.» Der Medienmogul galt im Vorfeld als einer der Favoriten. Er sitzt in Haft, durfte aber trotzdem als Kandidat antreten. Gegen den 56-Jährigen, der nur wenige Tage vor Wahlkampfbeginn verhaftet worden war, wird wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung ermittelt.

Der Urnengang ist die zweite freie Präsidentschaftswahl seit der friedlichen Revolution im Frühjahr 2011. Gesucht wird in der Wahl ein Nachfolger des verstorbenen Staatschefs Béji Caïd Essebsi. Am Sonntag bewarben sich zwei dutzend Kandidaten um den Einzug in die Stichwahl, die bis zum 23. Oktober stattfinden soll. Am Tag der Wahl starb auch die frühere First Lady Tunesiens, Chadlia Farhat, im Alter von 83 Jahren, wie die tunesische Nachrichtenagentur TAP berichtete.

Es war erst das zweite Mal nach dem «Arabischen Frühling» von 2011, dass die Tunesier in freier Wahl ihr Staatsoberhaupt bestimmen konnten. Beobachter schätzten den Ausgang der Wahl als vollkommen offen ein. Unklar war zunächst, wann die Ergebnisse offiziell bekanntgegeben werden würden.

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