Kehlkopf-Entwicklung bei Affen schneller als bei Fleischfressern

Der Kehlkopf ist das Organ, mit dem Affen kreischen, Tiger brüllen und Menschen diskutieren. Bei Affen und sonstigen Primaten hat er sich in der Evolution schneller und flexibler verändert, als bei anderen Tieren wie etwa Fleischfressern, berichten Wiener Forscher.

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Gorilla Kijivu gönnt sich im Prager Zoo eine Zigarette. Als Pflanzenfresser hat ihm die Evolution einen stärker entwickelten Kehlkopf ermöglicht als den Fleischfressern, deshalb kann er differenziertere Laute von sich geben.

Gorilla Kijivu gönnt sich im Prager Zoo eine Zigarette. Als Pflanzenfresser hat ihm die Evolution einen stärker entwickelten Kehlkopf ermöglicht als den Fleischfressern, deshalb kann er differenziertere Laute von sich geben.

Keystone/AP/PETR DAVID JOSEK
(sda/apa)

Das ermöglichte Primaten hochentwickelte Lautäusserungen, namentlich in Form von Sprache, erklären sie im Fachjournal «Plos Biology». Das wirft die Frage auf: Können Menschen sprechen, weil sie ursprünglich als Vegetarier angelegt waren?

Ein Team um Daniel Bowling und Tecumseh Fitch vom Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Universität Wien verglich mit dreidimensionalen Modellen die Kehlkopf-Strukturen von 55 Primaten- und Fleischfresserarten (Carnivoren). Darunter waren zwölf Zentimeter kleine Zwergseidenäffchen und ein Meter siebzig Zentimeter grosse Gorillas, sowie zwanzig Zentimeter kleine Zwergmangusten (eine afrikanische Raubtierart) und eineinhalb Meter lange Tiger.

Der Vergleich habe gezeigt, dass sich der Kehlkopf bei Primaten schneller weiterentwickelt hat, als bei Fleischfressern, so die Forscher. Er ist bei Primaten im Vergleich zu den Körpermassen grösser und seine Ausmasse sind nicht so fix an die Körpergrösse gebunden, wie bei den Carnivoren. Demnach konnte er sich bei Affen und anderen Primaten flexibel entwickeln, was komplizierte Lautäusserungen ermöglichte, meinen sie. Die Evolution konnte ihn also wohl recht zügig und mit wenig Einschränkungen zu einem Stimmorgan wie bei Menschen formen.

*Fachpublikationslink https://doi.org/10.1371/journal.pbio.3000764)