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Khashoggi-Verlobte Hatice Cengiz: Ein Leben für das Gedenken

Die türkische Verlobte des ermordeten saudischen Regimekritikers und Journalisten Jamal Khashoggi setzt sich ein Jahr nach dessen Tod weiter dafür ein, die Erinnerung an ihn wachzuhalten. Auch von Aktivisten kommen mahnende Worte.
1. Jahrestag: Erinnerungen an den Mord von Jamal Khashoggi in Istanbul. (Bild: KEYSTONE/AP/J. SCOTT APPLEWHITE)

1. Jahrestag: Erinnerungen an den Mord von Jamal Khashoggi in Istanbul. (Bild: KEYSTONE/AP/J. SCOTT APPLEWHITE)

(sda/dpa)

Die Erinnerung an den Menschen, an seinen Kampf und seine Werte zu bewahren - «so lebe ich mein Leben jetzt», sagte Hatice Cengiz in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA am Mittwoch, dem Jahrestag der Ermordung Khashoggis in Istanbul. Auf den Bildschirmen ihrer beiden Mobiltelefone habe sie Zudem Fotos Khashoggis gespeichert, erklärte sie. Jamal als Person, als Individuum, sei gar keine so grosse Bedrohung für Saudi-Arabien gewesen, sagte Cengiz weiter. «Seit er getötet wurde, ist er ein viel grösseres Symbol.»

Fehlende Leiche

Cengiz, die zurzeit in London lebt, ist in Istanbul, um am heutigen Mittwoch an einer Gedenkfeier zum Jahrestag des Mordes teilzunehmen. Sie ist vor dem saudi-arabischen Konsulat geplant und soll genau um 13.14 Uhr beginnen - die Zeit, zu der Khashoggi vor einem Jahr das Konsulat betrat, um Papiere für die Hochzeit mit Cengiz abzuholen. Sie wartete damals draussen, während drinnen, wie sich später herausstellte, ein aus Saudi-Arabien angereistes Sonderkommando Khashoggi tötete. Sein Leichnam ist bis heute nicht aufgetaucht.

Cengiz fordert, der mutmassliche Drahtzieher des Mordes, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, solle sagen, wieso Jamal getötet worden sei. Und «ich will wissen, wo seine Leiche ist. Ich werde um diese Antworten kämpfen.»

Einsame Zeiten

Nach dem Mord hatte Cengiz in der Türkei einen türkischen «Agenten» zu ihrem Schutz dabei. Als sie nach London ging, habe sie Schutz abgelehnt. «Ich wollte ein normales Leben, wie ein Student, wie ein Mensch, nicht wie ein Zeuge.» Bisher habe sie allerdings kaum Zeit gehabt, in Ruhe zu trauern. Sie sei nicht sicher, wie lange sich die Medien noch mit dem Mord beschäftigen werden. «Wenn das nachlässt, dann wird sie kommen, die Einsamkeit und die private Trauer.»

Früher habe Khashoggi sie aus den USA oft am Morgen angerufen. Noch immer schaue sie auf ihr Telefon und denke: «Vielleicht wird er mich anrufen. Das ist der erste Gedanke, wenn ich aufwache.»

Nach Einschätzung der Organisation Amnesty International greift Saudi-Arabien weiterhin mit grosser Härte gegen Menschenrechtler durch. Derzeit seien mindestens 30 Menschen hinter Gittern, die lediglich von ihrem Recht auf freie Meinungsäusserung und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht hätten, teilte Amnesty am Mittwoch mit. Die Unterdrückung von Journalisten, Menschenrechtlern und Vertretern der Zivilgesellschaft gehe in dem Königreich unvermindert weiter, hiess es.

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