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Lebenslange Haft für grausamen Mord an Au-Pair-Mädchen in London

Sie hielten ihr französisches Au-Pair-Mädchen wie eine Gefangene, misshandelten sie monatelang und ermordeten die 21-Jährige am Ende. Nun muss ein französisches Paar in London deshalb lebenslang ins Gefängnis.
Die Eltern (Bild) der Ermordeten waren zur Urteilsverkündung nach London angereist. Ein Gericht in London hat am Dienstag gegen das angeklagte Paar lebenslange Haftstrafen wegen Mordes am 21-jährigen französischen Au-Pair-Mädchen Sophie Lionnet verhängt. (Bild: KEYSTONE/AP PA/NICK ANSELL)

Die Eltern (Bild) der Ermordeten waren zur Urteilsverkündung nach London angereist. Ein Gericht in London hat am Dienstag gegen das angeklagte Paar lebenslange Haftstrafen wegen Mordes am 21-jährigen französischen Au-Pair-Mädchen Sophie Lionnet verhängt. (Bild: KEYSTONE/AP PA/NICK ANSELL)

(sda/afp)

Das Gericht Old Bailey in der britischen Hauptstadt verhängte diese Strafe am Dienstag gegen Sabrina Kouider und ihren fünf Jahre älteren Lebenspartner Ouissem Medouni.

Das Paar war bereits im Mai des Mordes an der 21-jährigen Sophie Lionnet im September 2017 für schuldig befunden worden. Beide wurden zudem der Justizbehinderung überführt, weil sie versucht hatten, den Leichnam verschwinden zu lassen.

Die verbrannte Leiche des Mädchens war im vergangenen September auf dem Grundstück des Paars gefunden worden. Laut der Obduktion wies Sophies Körper zahlreiche Knochenbrüche auf, doch liess sich die genaue Todesursache wegen des Zustands der Leiche nicht mehr ermitteln.

Das Mädchen lebte ab Januar 2016 bei dem Paar in Southfield, einer wohlhabenden Wohngegend in der Nähe von Wimbledon, wo sie sich um die beiden Kinder kümmern sollte. Laut Staatsanwaltschaft schrieb sie ihrer Mutter bereits sieben Monate später, dass sie, wenn sie es sich nur leisten könnte, am liebsten sofort nach Hause zurückkehren würde. Doch weder sie noch ihre Familie hatten genügend Geld für das Rückfahrtticket.

Mit Stromkabel geschlagen

Die 21-Jährige musste bei den Kindern schlafen, bekam kaum etwas zu Essen und wurde den Ermittlern zufolge ständig beschimpft und misshandelt. Die Ermittler vermuteten zudem, dass Sophies Peiniger ihre Papiere einbehalten hatten.

Im Prozess war deutlich geworden, dass das Paar aus Frankreich das Mädchen folterte und misshandelte, um aus ihr ein Geständnis zu einer angeblichen Verschwörung mit Kouiders Ex-Partner Mark Walton herauszupressen.

Kouider, die in psychiatrischer Behandlung ist, räumte ein, Sophie «richtig hart» mit einem Stromkabel geschlagen zu haben. Die Mutter von Sophie, die ihre Tochter als «zart, schüchtern und immerzu lächelnd» beschrieb, nannte die Angeklagten schlicht «Monster».

Haltlose Vorwürfe gegen Au-Pair

Die Designerin Kouider stand in ständigem Konflikt mit Walton, dem Vater ihres Sohns und Mitgründer der irischen Band «Boyzone». Nach ihrer Trennung im Jahr 2013 beschuldigte sie Walton der Pädophilie, sexueller Gewalt und der Belästigung. Die Vorwürfe erwiesen sich schnell als haltlos.

Dennoch überzog sie Walton im Jahr 2017 mit neuen Beschuldigungen, die sich auch gegen das junge Au-Pair-Mädchen richteten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass all die Anschuldigungen gegen Sophie völlig aus der Luft gegriffen waren.

Kouider und Medouni hatten den Mordvorwurf zurückgewiesen, von einem Unfall gesprochen und lediglich die Verbrennung der Leiche von Sophie eingeräumt. Der Schuldspruch im Mai war gegen Kouider einstimmig gefallen, gegen Medouni mit zehn gegen zwei Stimmen.

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