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Lichteraktion in Halle: Bürger solidarisieren sich vor der Synagoge

Mit einer Lichteraktion vor der Synagoge in Halle haben am Freitagabend Hunderte Bürger nach dem antisemitischen Anschlag in der Stadt ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde bekundet.
Bürger von Halle bekunden vor der Synagoge ihre Solidarität gegenüber Juden in Deutschland. (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)Bürger von Halle bekunden vor der Synagoge ihre Solidarität gegenüber Juden in Deutschland. (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)
Trauer und Scham in den Gesichtern betroffener Bürger von Halle. (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)Trauer und Scham in den Gesichtern betroffener Bürger von Halle. (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)
Klare Kante der Jugend in Halle: Kein Platz für Nazis in unserer Stadt! (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)Klare Kante der Jugend in Halle: Kein Platz für Nazis in unserer Stadt! (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)
Zorn in Halle gegen Nationalismus und Rassismus nach dem tödlichen Anschlag auf die Synagoge. (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)Zorn in Halle gegen Nationalismus und Rassismus nach dem tödlichen Anschlag auf die Synagoge. (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)
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Lichteraktion in Halle: Bürger solidarisieren sich vor der Synagoge

(sda/dpa/afp)

Etliche Menschen vor dem jüdischen Gotteshaus hielten brennende Kerzen in den Händen. Damit zeigten sie, dass sie die Synagoge beschützten, wie der Landesbischof Friedrich Kramer von der Evangelische Kirche in Mitteldeutschland sagte. Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU) war vor Ort. In der Synagoge selbst wurde zeitgleich der jüdische Feier- und Ruhetag Sabbat eingeleitet.

Zahlreiche Menschen legten zudem Blumen an der Mauer der Synagoge nieder. Bereits am Nachmittag hatten sich auf dem Marktplatz in Halle hunderte Anhänger des Bündnisses «Halle gegen Rechts» versammelt.

Zu der Lichteraktion hatten Geistliche der Kirchen in Sachsen-Anhalt aufgerufen. «Einen Angriff auf die jüdische Gemeinde sehen wir zugleich auch als einen Angriff auf unsere Kirchen», hiess es in einer gemeinsamen Erklärung nach dem Anschlag. Traditionell wird der Sabbat am Freitagabend mit einem Gottesdienst gefeiert. Am Samstagabend endet der Ruhetag.

Auch in anderen Städten

Auch in anderen deutschen Städten erfuhren die jüdischen Gemeinden Unterstützung: In München zeigten hunderte Menschen am Freitagabend mit einer Menschenkette um die Synagoge Solidarität.

Am Mittwoch hatte ein 27 Jahre alter Deutscher schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Halle einzudringen. Als das misslang, erschoss er kurz darauf eine 40 Jahre alte Frau vor dem Gebäude und einen 20 Jahre alten Mann wenig später in einem Döner-Imbiss. Auf seiner Flucht verletzte er ein Ehepaar schwer.

Generalbundesanwalt Peter Frank stuft die Taten als Terror ein. Nach seiner Überzeugung wollte der Mann in der Synagoge ein Massaker anrichten. Der 27-Jährige hat die Taten gestanden und auch rechtsextreme und antisemitische Motive eingeräumt. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Die Klarsfelds rufen zum Widerstand auf

Beate und Serge Klarsfeld riefen die Deutschen am Freitag zum Widerstand gegen Neonazi-Bewegungen und die AfD auf. Wie die Klarsfelds in Paris mitteilten, protestiere die von ihnen geführte «Vereinigung der Söhne und Töchter der deportierten Juden Frankreichs» gegen die «Trägheit der Polizei» in Halle, die verspätet eingegriffen habe. Sie kritisierten auch eine zu passive Überwachung von Neonazi-Bewegungen.

Beate und Serge Klarsfeld waren als «Nazijäger» bekanntgeworden - sie sorgten für die Enttarnung untergetauchter Nazi-Verbrecher. Für ihren Kampf gegen das Vergessen von Antisemitismus waren sie erst im Juli mit dem Grossen Deutsch-Französischen Medienpreis ausgezeichnet worden.

Der Anschlag in Halle forderte zwei Todesopfer und zwei Verletzte, mehr als 50 Gläubige in der Synagoge von Halle waren bedroht. Der 27 Jahre alte Täter hatte beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes auch rechtsextreme und antisemitische Motive eingeräumt.

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