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London und Paris wollen Zahl von Bootsflüchtlingen senken

Wegen der steigenden Zahl von Bootsflüchtlingen im Ärmelkanal haben Grossbritannien und Frankreich eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Wie das Innenministerium in London mitteilte, wollen beide Länder ihre Patrouillen in der Meerenge verstärken.
(sda/afp)

Ausserdem wollen sie verstärkt gegen Schleuser vorgehen und eindringlicher vor den Gefahren einer Überfahrt der stark befahrenen Schifffahrtsstrasse in kleinen Booten warnen.

«Das Vereinigte Königreich und Frankreich werden auf ihren gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen illegale Migration aufbauen, um unsere Grenzen und Menschenleben zu schützen», erklärte der britische Innenminister Sajid Javid nach einem Telefonat mit seinem französischen Kollegen Christophe Castaner.

Die Zahl der Migranten, die von Frankreich aus in Booten den Ärmelkanal zu überqueren versuchen, ist seit Oktober stark angestiegen. Besonders viele Flüchtlinge wurden seit Weihnachten aufgegriffen: Am ersten und zweiten Weihnachtstag wurden nach Angaben der britischen Behörden sechs kleine Boote mit 43 Insassen gestoppt.

Am Donnerstag griffen britische Grenzbeamte in Kent an der Südostküste Englands dann 23 Iraner auf. Auf der französischen Seite des Ärmelkanals in Sangatte bei Calais wurden elf Migranten in einem Boot entdeckt. Am Sonntag wurden weitere sechs Iraner an einem Strand nahe der britischen Hafenstadt Dover festgenommen.

Die Überfahrt ist unter anderem wegen des starken Schiffsverkehrs im Ärmelkanal, starker Strömungen und niedriger Temperaturen gefährlich. In den vergangenen Jahren hatten Flüchtlinge aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien zumeist versucht, in Lastwagen von Frankreich über den Ärmelkanal nach Grossbritannien zu gelangen.

Der britische Innenminister Javid kündigte an, die steigende Zahl der Bootsflüchtlinge als «schwerwiegenden Vorfall» zu behandeln. Die Opposition und auch Politiker der konservativen Regierungspartei kritisierten die Reaktion Londons jedoch als zu langsam. «Mehr als 200 Migranten sind in den vergangenen zwei Monaten mit kleinen Booten an der Küste von Kent angekommen», sagte der konservative Abgeordnete aus Dover, Charlie Elphicke, der Zeitung «Daily Mail». «Die Grössenordnung des Problems ist beispiellos.»

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