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Markusplatz nach Hochwasser in Venedig komplett gesperrt

Aus Sicherheitsgründen ist am Freitagvormittag in Venedig der Markusplatz vollständig gesperrt worden. Ausserdem wurde der öffentliche Wasserverkehr auf dem Canal Grande eingestellt.

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Der Wasserstand in Venedig ist am Freitagvormittag weiter angestiegen. Aus Sicherheitsgründen wurde der komplette Markusplatz gesperrt. (Bild: KEYSTONE/AP/LUCA BRUNO)

Der Wasserstand in Venedig ist am Freitagvormittag weiter angestiegen. Aus Sicherheitsgründen wurde der komplette Markusplatz gesperrt. (Bild: KEYSTONE/AP/LUCA BRUNO)

(sda/apa)

Nach dem schweren Hochwasser in Venedig hat sich die Lage am Freitag erneut angespannt. Da der Wasserstand in Venedig am Freitagvormittag wegen einer Schlechtwetterfront verbunden mit Schirokko-Wind weiter anstieg, beschloss Bürgermeister Luigi Bruganro den Markusplatz zu sperren. Er rief die Bevölkerung auf, wenn möglich, zu Hause zu bleiben.

Der Markusplatz ist der tiefste Punkt der Lagunenstadt und daher vom Hochwasser am stärksten betroffen. «20 Zentimeter mehr Hochwasser haben den Unterschied gemacht und Venedig zerstört. Ich hoffe, dass uns der Heilige Markus schützt. Wir haben öfters schon Hochwasser erlebt, doch diesmal ist es anders», betonte Brugnaro im Interview mit dem TV-Sender «Canale 5».

Geschätzte Schäden von einer Milliarde

Schulen waren genauso wie die Universität und mehrere Museen geschlossen. Brugnaro sprach von Schäden in der Grössenordnung von einer Milliarde Euro.

Der Chef der oppositionellen rechten Lega und Ex-Innenminister, Matteo Salvini, besuchte am Freitag Venedig und rief die Regierung in Rom auf, so schnell wie möglich das umstrittene Flutschutzsystem «MOSE» zur Verhinderung von Hochwasser fertig zu stellen.

400 Millionen Euro sind laut der italienischen Infrastrukturministerin Paola De Micheli notwendig, um das Jahrhundert-Projekt aus Barrieren, die sich bei Hochwasser automatisch aufrichten und bei den drei Laguneneingängen das Meerwasser am Eindringen hindern sollen, bis Ende 2021 fertig zu bauen.

2014 hatten ein riesiger Korruptionsskandal mit der Festnahme des damaligen Bürgermeisters Giorgio Orsoni sowie Finanzierungsengpässe den Fertigbau des 5,5 Milliarden Euro teuren Hochwasserschutzes gestoppt.