Merkel: Einschränkungen können «ein Wellenbrecher» sein

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat alle Bürger dazu aufgerufen, die erneuten weitreichenden Corona-Beschränkungen zu unterstützen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel informiert Medienvertreter über die Ergebnisse des Corona-Kabinetts zu den Corona-Massnahmen und über die aktuelle Lage des Infektionsgeschehens. Foto: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel informiert Medienvertreter über die Ergebnisse des Corona-Kabinetts zu den Corona-Massnahmen und über die aktuelle Lage des Infektionsgeschehens. Foto: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Keystone/dpa-Pool/Kay Nietfeld
(sda/dpa)

«Jeder und jede hat es in der Hand, diesen November zu unserem gemeinsamen Erfolg zu machen - zu einem Wendepunkt wieder zurück zu einer Verfolgbarkeit der Pandemie», sagte sie am Montag in Berlin.

Wenn es in den kommenden vier Wochen gelingen würde, die Virus-Ausbreitung in Deutschland zu bremsen, schaffte dies die Voraussetzungen für einen «erträglichen Dezember» weiter mit Corona-Regeln, aber wieder mit mehr Freiräumen.

Merkel betonte mit Blick auf die am Montag gestarteten erneuten weitreichenden Beschränkungen in Deutschland, es sei nicht mehr der Zeitpunkt, mit dieser oder jener Variante gegenzusteuern. Dies wäre halbherzig. «Das Virus bestraft Halbherzigkeit».

In ganz Deutschland hat am Montag ein vierwöchiger Teil-Lockdown begonnen, der die zweite Corona-Welle brechen soll. Seit Mitternacht gilt in allen Bundesländern, dass Hotels und Restaurants, Kinos, Museen und Theater sowie andere Freizeiteinrichtungen weitestgehend geschlossen sind.

Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln. Kindertagesstätten, Schulen und Geschäfte bleiben im Gegensatz zum ersten Herunterfahren des öffentlichen Lebens im Frühjahr diesmal geöffnet.

Deutschlandweit habe es zuletzt im Schnitt 127,8 Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gegeben. «Wie müssen in die Region von 50 kommen», sagte Merkel. «Das ist das Ziel.» Dann könnten die Beschränkungen in dieser zweiten Welle ein «Wellenbrecher» sein. Derzeit könnten die Gesundheitsämter die Kontakte der Infizierten nicht nachverfolgen. Dies solle aber wieder möglich sein.

Sehr viele Menschen reagierten mit Verständnis, sagte Merkel. «Aber es gibt auch Zweifel, Skepsis, Ablehnung.» Sie verstehe, dass viele Menschen enttäuscht seien, dass die Pandemie so lange anhalte. «Der Herbst ist jetzt mit grosser Wucht gekommen.» Das Licht am Ende des Tunnels sei noch ziemlich weit entfernt.