Merkel: Islamistischer Terror ist gemeinsamer Feind - Reaktionen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben Österreich nach dem Terroranschlag von Wien die Solidarität Deutschlands bezeugt. Auch US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden drückten wie viele andere Politiker ihre Anteilnahme aus. Die wichtigsten Reaktionen aus Deutschland und der Welt:

Drucken
Teilen
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt in der Bundespressekonferenz vor Hauptstadtjournalisten eine Pressekonferenz. Die Bundeskanzlerin informiert die Medienvertreter über die Ergebnisse des Corona-Kabinetts zu den Corona-Massnahmen und der aktuellen Lage des Infektionsgeschehens. Foto: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt in der Bundespressekonferenz vor Hauptstadtjournalisten eine Pressekonferenz. Die Bundeskanzlerin informiert die Medienvertreter über die Ergebnisse des Corona-Kabinetts zu den Corona-Massnahmen und der aktuellen Lage des Infektionsgeschehens. Foto: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Keystone/dpa-Pool/Kay Nietfeld
(sda/dpa)

Bundespräsident Steinmeier: «Wir verurteilen diese abscheuliche Gewalt. Wir werden vor ihr und vor dem Hass, der sie treibt, nicht zurückweichen. Deutschland steht im Kampf gegen islamistisch motivierten Extremismus und Terrorismus fest an der Seite Österreichs.»

Kanzlerin Merkel (CDU): «Wir Deutsche stehen in Anteilnahme und Solidarität an der Seite unserer österreichischen Freunde. Der islamistische Terror ist unser gemeinsamer Feind. Der Kampf gegen diese Mörder und ihre Anstifter ist unser gemeinsamer Kampf.» (Regierungssprecher Steffen Seibert via Twitter)

Aussenminister Heiko Maas (SPD): «Wir dürfen nicht dem Hass weichen, der unsere Gesellschaften spalten soll.» Die Gedanken seien bei den Verletzten und Opfern. (Via Twitter)

US-Präsident Trump: «Nach einem weiteren abscheulichen Terrorakt in Europa sind unsere Gebete bei den Menschen in Wien.» Diese bösartigen Angriffe auf Unschuldige müssten aufhören. Die USA stünden an der Seite Österreichs, Frankreichs und ganz Europas im Kampf gegen Terroristen, einschliesslich radikal-islamische Terroristen. (Via Twitter)

US-Präsidentschaftskandidat Biden: Er und seine Frau Jill beteten nach dem schrecklichen Terrorangriff in Wien für die Opfer und deren Familien. «Wir müssen alle vereint gegen Hass und Gewalt eintreten.» (Via Twitter)

Grossbritanniens Premier Boris Johnson: «Ich bin tief schockiert von den Terrorattacken in Wien. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Österreich - wir stehen zusammen mit euch gegen den Terror.» (Via Twitter)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron: «Nach Frankreich ist es ein befreundetes Land, das angegriffen wird. Dies ist unser Europa. Unsere Feinde müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wir werden nichts nachgeben.» (Via Twitter auf Deutsch)

Russlands Präsident Wladimir Putin: Er verurteilte den Anschlag als ein «brutales und zynisches Verbrechen» und äusserte die Überzeugung, «dass es den Terrorkräften nicht gelingen wird, irgendjemanden einzuschüchtern, Hass und Feindschaft zu säen zwischen Menschen verschiedener Glaubensbekenntnisse». (Telegramm an Österreichs Präsidenten Alexander Van der Bellen und an Kanzler Sebastian Kurz)

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez: «Der Hass wird unsere Gesellschaften nicht in die Knie zwingen. Europa steht fest gegen den Terrorismus.» (Via Twitter)

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte: «In unserem gemeinsamen europäischen Haus darf kein Platz für Hass und Gewalt sein. Verbundenheit zum österreichischen Volk, zu den Angehörigen der Opfer und zu den Verletzten.» (Via Twitter auf Deutsch, Grammatikfehler korrigiert)

Israels Präsident Reuven Rivlin: «Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Österreichern, während wir die verabscheuungswürdige Terrorattacke aus der vergangenen Nacht in Wien mit Sorge verfolgen.» (Via Twitter)

Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Markus Söder: «Wir sind schockiert und entsetzt über den brutalen Anschlag in Wien. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Opfern, Verletzten und ihren Angehörigen. Wir stehen fest an der Seite Österreichs.» (Via Twitter)

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken: «Islamismus ist keine Herkunft und keine Religion. Er ist eine feige und menschenfeindliche Ideologie, die wir als Bedrohung von Frieden und Zusammenhalt mit allen Mitteln bekämpfen müssen.» (Via Twitter)

Grünen-Chef Robert Habeck: «Diese Anschläge erschüttern uns bis ins Mark. Sie zielen darauf, unsere vielfältige Gesellschaft durch Angst, Hass und Misstrauen zu spalten. Das dürfen wir nicht zulassen.» (Laut Mitteilung)

Grünen-Chefin Annalena Baerbock: «Wir müssen gegen diese Gewalt und Menschenfeindlichkeit gemeinsam europäisch vorgehen, entschlossen und geschlossen.» (Via Twitter)

AfD-Chef Jörg Meuthen: «Gehandelt werden muss nun schnell. Das Letzte, was passieren darf, ist ein Gewöhnungseffekt an diese Taten nach dem Motto: «Da kann man eh nichts machen, nun sind die Islamisten eben da.»" «Gegen diese Leute ist endlich mit unerschütterlicher Konsequenz vorzugehen!» (Via Facebook und Twitter)

AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland: «Nizza, Paris, Dresden und nun Wien - und das sind nur die Tatorte der letzten Wochen. Europa befindet sich im Krieg gegen den islamistischen Terrorismus.» (Laut Mitteilung)

CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz: «Ob Nizza und Paris, Dresden oder Wien - der islamistische Terror bedroht ganz Europa. (...) Ich werde mich als Parteivorsitzender für ein konsequentes, gemeinsames europäisches Vorgehen gegen diese Bedrohung unserer Freiheit einsetzen.» (Via Twitter)

FDP-Vizechef Stephan Thomae: «Wir müssen den Kampf gegen den islamistischen Terror in Kooperation mit unseren europäischen und internationalen Partnern entschiedener vorantreiben und dem Islamismus den Boden entziehen.»

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zum Anschlag: «Es ist einer von Vielen in jüngerer Zeit. Wir müssen deshalb viel mehr tun, um unsere jüdischen Mitbürger und andere Unschuldige bestmöglich zu schützen. Ihr Vertrauen in unser Land darf niemals enttäuscht werden!» (Via Twitter)

Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU): «Islamisten töten Menschen und wollen uns Angst einjagen. Wir müssen uns ihnen auch als vielfältige Gesellschaft geschlossen in den Weg stellen und zeigen: Feinde von Demokratie und Freiheit können niemals zu uns gehören!»

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, erklärte, ob auch die Wiener Hauptsynagoge eines der Anschlagsziele gewesen sei, sei derzeit unklar. «Unabhängig davon steht fest, dass Islamisten religiöse Toleranz und unsere pluralen Gesellschaften verachten.» Europa müsse nun noch stärker für demokratischen Werte einstehen und diesem Hass entgegenwirken.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing: «Terror im Namen der Religion pervertiert den Namen Gottes. Wir brauchen ein Ende der Gewalt. Wir brauchen ein Ende des Hasses. Wir brauchen Religionen, die das verwirklichen, was sie versprechen: Frieden zu stiften.» (Per Mitteilung)

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm: «Fundamentalistische Gewalttäter versuchen, Gift zu streuen, indem sie Hass schüren und Angst und Schrecken verbreiten. Aber es wird ihnen nicht gelingen. Wir werden weiter konsequent für wechselseitige Achtung und Toleranz zwischen den Religionen und Weltanschauungen eintreten.» (Per Mitteilung)

Die bundesweit grösste Islam-Organisation Ditib: «Wir stehen in voller Überzeugung an der Seite der Österreicherinnen und Österreicher.» Die Terroristen und ihre Sympathisanten seien eine «verachtenswerte Gruppe gescheiterter Individuen». Sie handelten aus Hass und wollten Hass verbreiten. «Wir gewähren ihnen keinen Millimeter.» (Per Mitteilung)

Der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, Bekir Altas: «Dass diese Untat nur wenige Tage nach dem fürchterlichen Anschlag in Frankreich passiert, zeigt, dass Worte und Appelle offenbar nicht ausreichen, sie potenzielle Täter nicht erreichen. Umso mehr sind wir gemeinschaftlich gefordert, wachsam zu sein gegen jede Form des Extremismus - egal von wem sie ausgeht und gegen wen sie sich richtet.»