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Mexiko fordert rasche Zusammenführung von Migrantenfamilien in USA

Im Konflikt um die Trennung von lateinamerikanischen Einwanderern von ihren Kindern an der US-Grenze hat der noch amtierende mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto eine schnelle Zusammenführung der Familien gefordert.
Die USA besuchen am Freitag Mexiko mit einer hochrangigen Delegation - angeführt von US-Aussenminister Mike Pompeo (links). (Bild: KEYSTONE/AP/MOISES CASTILLO)

Die USA besuchen am Freitag Mexiko mit einer hochrangigen Delegation - angeführt von US-Aussenminister Mike Pompeo (links). (Bild: KEYSTONE/AP/MOISES CASTILLO)

(sda/dpa)

Es müsse eine dauerhafte Lösung gefunden werde, die das Wohlergehen und die Rechte der Kinder in den Mittelpunkt stelle, sagte der Staatschef am Freitag bei einem Treffen mit US-Aussenminister Mike Pompeo in Mexiko-Stadt.

Die Trennung von Eltern und Kindern im Grenzgebiet hatte zuletzt weltweit für Empörung gesorgt. Zwar stoppte US-Präsident Donald Trump die Praxis vorerst. Allerdings zieht sich die Wiedervereinigung der Familien hin. Künftig sollen illegale Migranten und ihre Kinder gemeinsam eingesperrt werden.

Beim ersten Besuch Pompeos als Aussenminister in Mexiko ging es neben der Migration auch um die Themen Sicherheit und Handel. Die Regierungen beider Länder seien sich einig, die Neuverhandlung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta) konstruktiv und zügig voranzutreiben, teilte das mexikanische Präsidialamt mit. Begleitet wurde Pompeo von US-Finanzminister Steven Mnuchin, Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen sowie dem Berater und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner.

Vorschläge für Zusammenarbeit mit USA

Pompeo besuchte auch den künftigen mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador. Es war das erste Treffen von hochrangigen Mitgliedern der US-Regierung mit dem Linksnationalisten, der sein Amt am 1. Dezember antreten wird. López Obrador unterbreitete der US-Delegation Vorschläge für die künftige Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarländern.

Der frühere Bürgermeister von Mexiko-Stadt hatte die Wahl Anfang des Monats mit grosser Mehrheit gewonnen. Er will die zweitgrösste Volkswirtschaft Lateinamerikas grundlegend verändern. Unter anderem hat er angekündigt, eine Reihe von Strukturreformen zurückzunehmen, hart gegen Korruption vorzugehen und die Armut zu bekämpfen. Im Kampf gegen das organisierte Verbrechen hat er eine Amnestie für Drogenhändler ins Spiel gebracht.

Vor dem Büro von López Obrador wurde die US-Delegation von Demonstranten empfangen. «Wo sind die Kinder der Migranten?», war auf einem Transparent zu lesen. Auf einem anderen stand ein Zitat des historischen Präsidenten Benito Juárez: «Der Respekt vor dem Recht der anderen - zwischen Menschen wie zwischen Staaten - bedeutet Frieden.»

Ablehnende Haltung

Das Verhältnis zwischen den USA und Mexiko ist angespannt. Trump will an der Grenze eine Mauer errichten, um illegale Einwanderung und Drogenschmuggel zu verhindern. Mexiko soll nach seiner Vorstellung für den milliardenteuren Mauerbau zahlen. Die mexikanische Regierung lehnt das ab.

Zudem verhandeln die beiden Länder auf Druck der US-Regierung derzeit den Nafta-Vertrag neu. Nafta ist nach der gemeinsamen Wirtschaftsleistung eines der grössten Handelsabkommen der Welt. Seit dem Inkrafttreten 1994 sind fast alle Zölle zwischen den USA, Kanada und Mexiko gefallen.

Trump sieht die Vereinigten Staaten durch den Vertrag benachteiligt. Bei einem Scheitern der Gespräche hat er mit einem Ausstieg der USA aus Nafta gedroht. Für Mexiko hat das Freihandelsabkommen enorme Bedeutung: Rund 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen in die USA.

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