Moderator Wallace: «Enttäuscht» über Ergebnis von TV-Debatte

Nach der chaotischen TV-Debatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden hat sich Moderator Chris Wallace enttäuscht über das Ergebnis gezeigt. «Für mich selber, aber viel wichtiger, ich bin enttäuscht für das Land, weil es ein viel nützlicherer Abend hätte werden können», sagte Wallace am Mittwoch der «New York Times».

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Moderator Chris Wallace von Fox News spricht während der ersten Präsidentschaftsdebatte. Fünf Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat die mit Spannung erwartete erste TV-Debatte zwischen Amtsinhaber Trump und seinem Herausforderer Biden begonnen. Foto: Olivier Douliery/Pool AFP/AP/dpa

Moderator Chris Wallace von Fox News spricht während der ersten Präsidentschaftsdebatte. Fünf Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat die mit Spannung erwartete erste TV-Debatte zwischen Amtsinhaber Trump und seinem Herausforderer Biden begonnen. Foto: Olivier Douliery/Pool AFP/AP/dpa

Keystone/Pool AFP/AP/Olivier Douliery
(sda/dpa)

Die Debatte war von Chaos und persönlichen Angriffen dominiert worden. Vor allem Trump war bei der Debatte Biden, aber auch Wallace immer wieder ins Wort gefallen. Das TV-Duell glitt daraufhin ins Chaos ab.

Ihm sei nicht klar gewesen, «dass das die Strategie des Präsidenten sein würde, nicht nur für den Beginn der Debatte, sondern für die gesamte Debatte», sagte Wallace. Während der Debatte habe er gedacht: «Ich bin ein Profi. So etwas habe ich noch nie durchgemacht.» Er fügte hinzu: «Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es so aus dem Ruder laufen würde.» Auf die Frage, was er gefühlt habe, als er die Kandidaten zu weniger Unterbrechungen aufforderte, antwortete der Moderator: «Verzweiflung.» Wallace kommt vom Trump-freundlichen Fernsehsender Fox News, ist aber als unabhängig respektiert.

Wallace sprach sich gegen Vorschläge aus, den Moderatoren bei den nächsten Debatten zu ermöglichen, den Kandidaten die Mikrofone abzudrehen. «Praktisch hätte der Präsident, selbst wenn sein Mikrofon abgeschaltet gewesen wäre, weiterhin unterbrechen können», sagte er. Ein solcher Schritt könne ausserdem Konsequenzen haben. «Zu viele Menschen vergessen, dass diese beiden Kandidaten die Unterstützung von Dutzenden Millionen Amerikanern haben.»

Die Veranstalter kündigten am Mittwoch Änderungen am Konzept der TV-Duelle an. Der Ablauf am Vorabend habe deutlich gemacht, «dass das Format der verbliebenen Debatten zusätzliche Struktur braucht, um eine geregeltere Diskussion über die Themen sicherzustellen», teilte die Kommission für Präsidentschaftsdebatten mit.

Die TV-Debatte am Dienstagabend in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio war die erste zwischen Trump (74) und Biden (77). Zwei weitere Debatten sind für den 15. Oktober in Miami (Florida) und am 22. Oktober in Nashville (Tennessee) geplant. Wallace riet den Moderatoren der nächsten Debatten - Steve Scully vom Sender C-Span und Kristen Welker vom Sender NBC - zu einer schnelleren Reaktion, als es bei ihm der Fall war. «Ich hatte diese Vorwarnung nicht.»