Nach Fehlverhalten: Britischer Regierungsberater quittiert Job

Affäre statt Abstand: Wegen Fehlverhaltens in der Coronavirus-Krise hat der britische Wissenschaftler Neil Ferguson seinen Posten als Regierungsberater aufgegeben.

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Die britische Regierung verliert einen renommierten Wissenschaftler als direkten Berater, weil sich dieser in der Coronavirus-Krise nicht korrekt verhalten haben soll und seinen Rücktritt eingereicht hat.

Die britische Regierung verliert einen renommierten Wissenschaftler als direkten Berater, weil sich dieser in der Coronavirus-Krise nicht korrekt verhalten haben soll und seinen Rücktritt eingereicht hat.

KEYSTONE/AP/Stefan Rousseau
(sda/dpa)

Der renommierte Forscher gab am Dienstagabend nach einem Bericht des «Daily Telegraph» zu, «klare Regeln» zur Eindämmung der Pandemie missachtet zu haben. Ferguson sprach von einem «Beurteilungsfehler».

Der Zeitung zufolge hatte der Professor trotz der strengen Ausgangsbeschränkungen eine Affäre mit einer 38-Jährigen. Die zweifache Mutter soll ihn mehrfach besucht haben, was gegen die Regeln verstiess. «Ich habe in dem Glauben gehandelt, dass ich immun bin», so Ferguson. Er sei positiv auf das Virus getestet worden und habe sich zwei Wochen isoliert. Er bedauere sein Handeln zutiefst.

Nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA bestätigten Regierungsquellen den Rücktritt des Epidemiologen. Eine Regierungssprecherin wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.

Ferguson gehört der aus etwa 50 Experten bestehenden Gruppe Sage an, die Premierminister Boris Johnson im Kampf gegen die Pandemie berät. Grossbritannien ist Statistiken zufolge mit Blick auf die Zahl Opfer das am schlimmsten vom Coronavirus betroffene Land Europas.