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Nachgewiesen: Riesenzecke überträgt Fleckfieber in Deutschland

Erstmals soll in Deutschland ein Mensch durch den Stich einer tropischen Riesenzecke an Fleckfieber erkrankt sein. In der Zecke, die den Mann gestochen hatte, sei der betreffende Erreger nachgewiesen worden, teilte die Universität Hohenheim mit.
Hyalomma marginatum ist deutlich grösser als einheimische Zeckenarten und leicht an den geringelten Beinen zu erkennen. (Bild: Von Adam Cuerden - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wik)

Hyalomma marginatum ist deutlich grösser als einheimische Zeckenarten und leicht an den geringelten Beinen zu erkennen. (Bild: Von Adam Cuerden - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wik)

(sda/dpa)

Ein Pferdehalter aus dem Raum Siegen (Nordrhein-Westfalen) hatte sich Ende Juli durch eine Hyalomma-Zecke angesteckt. Er konnte erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. «Damit wissen wir jetzt nicht nur sicher, dass die Hyalomma-Zecke auch Menschen sticht», sagte Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. «Nun ist auch deutlich, dass eine Übertragung des Zecken-Fleckfiebers durch die Tiere möglich ist», sagte die Forscherin der Nachrichtenagentur DPA.

Der Fall des Pferdehalters aus dem Sauerland wird aber offiziell als Verdachtsfall behandelt, weil ein Direktnachweis des Erregers am Patienten nach Angaben der Experten nicht möglich war. Dennoch sind sie sich sicher, dass es sich bei dem Fall um Zecken-Fleckfieber handelt. Fleckfieber führt beim Menschen zu Hautausschlag und dem Gefühl erhöhter Temperatur, zu Kopf- und Muskelschmerzen und extremen Gelenkschmerzen.

Die Hyalomma-Zecken stammen aus den Trocken- und Halbtrockengebieten von Afrika, Asien und Südeuropa - von Spanien über Italien bis zur Türkei. Von den einheimischen Zecken wie etwa dem Gemeinen Holzbock kann man sie leicht unterscheiden: Sie sind mit bis zu zwei Zentimeter Länge wesentlich grösser und haben auffällig gestreifte Beine.

Auch in der Schweiz wurde die tropische Zeckenart seit 1975 vereinzelt nachgewiesen. Forschende der Universität Neuenburg hatten damals festgestellt, dass Hyalomma-Zecken mit Zugvögeln in die Schweiz kommen. Sie könnte aber auch beim Import von Heu und Futtermitteln eingeschleppt werden. Systematisch erfasst wird das Vorkommen dieser Zeckenart hierzulande bisher jedoch nicht.

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