«New York Times»: Trump half seinen Eltern bei Steuervermeidung

US-Präsident Donald Trump soll einem Zeitungsbericht zufolge in millionenschwere Steuertricksereien seiner Familie verwickelt sein, die bis hin zu Betrug reichten. Er habe in den 1990er Jahren seinen Eltern bei der Umgehung von Steuern geholfen, berichtete die «New York Times» am Dienstag unter Berufung auf «einen grossen Fundus» an vertraulichen Steuererklärungen und Finanzunterlagen.

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US-Präsident Donald Trump präsentierte im vergangenen Jahr neue Steuerformulare in Postkartengrösse. (Bild: KEYSTONE/EPA/MICHAEL REYNOLDS)

US-Präsident Donald Trump präsentierte im vergangenen Jahr neue Steuerformulare in Postkartengrösse. (Bild: KEYSTONE/EPA/MICHAEL REYNOLDS)

(sda/reu/afp)

Dazu habe Trump mit seinen Geschwistern eine Scheinfirma gegründet, um millionenschwere Geschenke seiner Eltern zu verschleiern. Zudem sei er daran beteiligt gewesen, den Wert der elterlichen Immobilien herabzusetzen. Dies habe zu einer um Hunderte Millionen Dollar reduzierten Steuerlast geführt, als diese Immobilien auf ihn und seine Geschwister übertragen worden seien.

Das Präsidialamt bezeichnete den Artikel als irreführend. Trumps Anwalt Charles Harder wies die Darstellung der Zeitung als falsch zurück. Die New Yorker Steuerbehörde kündigten eine Prüfung der Vorwürfe an.

«Steuerlast um halbe Milliarde gedrückt»

Der Zeitung zufolge soll alleine der heutige Präsident von seinem Vater Fred Trump Werte aus dessen Immobiliengeschäft im heutigen Wert von mindestens 413 Millionen Dollar bekommen haben. Ein Grossteil davon gehe auf die dubiose Steuervermeidungshilfe für seine Eltern zurück.

Trump hatte im Wahlkampf erklärt, er habe sein Immobilien-Imperium allein aufgebaut und als Starthilfe nur einen «sehr kleinen» Kredit seines Vaters erhalten. Anders als vorherige Präsidentschaftskandidaten und Präsidenten in den vergangenen Jahrzehnten hat Trump eine Offenlegung seiner Steuererklärungen verweigert.

Die Eltern des Präsidenten, Fred und Mary Trump, sollen laut der Zeitung ihren Kindern weit über eine Milliarde Dollar an Vermögen übertragen haben. Darauf wären demnach gemäss der Erbschaftssteuer von 55 Prozent mindestens 550 Millionen Dollar an Steuern fällig gewesen. Gezahlt worden seien aber lediglich rund 52 Millionen oder etwa fünf Prozent.

Trumps Steuererklärungen gingen der Zeitung zufolge nicht in die Recherchen ein. Sie stützte sich vielmehr auf Steuererklärungen von Fred Trump, dessen Unternehmen und Partnern. Zudem beruft sich auf Zeitung auf Gespräche mit früheren Angestellten und Beratern Fred Trumps sowie auf mehr als 100'000 Seiten Unterlagen zu den Verflechtungen von dessen Firmenimperium.

Vorwürfe zurückgewiesen

Anwalt Harder wies die Vorwürfe einer Beteiligung des Staatschefs in die Steuerangelegenheit zurück. «Präsident Trump war praktisch in keiner Weise in diese Sachen verwickelt», sagte er der «New York Times». «Um die Angelegenheiten kümmerten sich andere Mitglieder der Trump-Familie.» Diese seien keine Experten gewesen und hätten sich auf anerkannte Profis verlassen, um die Einhaltung von Gesetzen voll und ganz zu gewährleisten.

Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders erklärte, die US-Steuerbehörde habe die Steuererklärungen vor vielen Jahrzehnten geprüft und abgezeichnet. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht der «New York Times» zunächst auch nicht verifizieren.

Ein Sprecher der New Yorker Steuerbehörde erklärte, die Vorwürfe würden geprüft. Die Zeitung zitierte Experten, wonach Trump wohl wegen der Verjährungsfrist keine Strafverfolgung drohe. Es gebe jedoch keine zeitliche Begrenzung für zivilrechtliche Geldbussen bei Steuerbetrug.