Paris schliesst generelle Maskenpflicht nicht aus

Paris setzt im Kampf gegen Corona weiter auf das Tragen einer Maske. «Nichts ist unmöglich», sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Souyris am Montag mit Blick auf eine generelle Maskenpflicht in der gesamten Stadt.

Drucken
Teilen
dpatopbilder - Touristen mit Schutzmasken gehen auf der Prachtstrasse Champs-Elysees an Polizisten vorbei. Foto: Kamil Zihnioglu/AP/dpa

dpatopbilder - Touristen mit Schutzmasken gehen auf der Prachtstrasse Champs-Elysees an Polizisten vorbei. Foto: Kamil Zihnioglu/AP/dpa

Keystone/AP/Kamil Zihnioglu
(sda/dpa)

«Das Wichtigste ist, dass in dicht besiedelten Gebieten Pariser und Touristen die Maske aufsetzen. Das ist noch nicht der Fall», sagte Souyris, die in Paris für Gesundheit zuständig ist, dem Sender BFMTV. Wenn die Menschen das nicht verstehen würden, müsste man die Maskenpflicht überall einführen.

Frankreichs Hauptstadt wurde Ende vergangener Woche als corona-aktive Zone eingestuft. Das heisst, dass die Zahl der aktiven Corona-Fälle besonders hoch ist. Gleichzeitig sind aber Krankenhäuser und Intensivstationen nicht überlastet. Die Stadt hatte im Zuge dessen die Maskenpflicht unter freiem Himmel ausgeweitet.

Masken sind nun etwa auch auf der Prachtmeile Champs-Élysées und in zahlreichen Vierteln Pflicht. Zuvor galt das nur in vereinzelten Strassen. Die Stadt hängt auch vermehrt Plakate auf, um die entsprechenden Bereiche zu kennzeichnen. Wer sich nicht an die neue Regelung halte, müsse zumindest im Moment noch keine Geldstrafe zahlen, so Souyris.

«Es gab eine stärkere Zirkulation des Virus in den jüngeren Altersgruppen, aber in den letzten Tagen wurde diese Zunahme in allen Altersgruppen beobachtet, auch in den Altersgruppen von 45-65 Jahren und darüber», sagte Nicolas Péju von der regionalen Gesundheitsbehörde der Zeitung «Le Monde». Die Krankenhäuser erleben der Zeitung zufolge aber keine Situation, wie es sie im März gegeben hat.

«Es handelt sich um asymptomatische oder wenig symptomatische Fälle, und zwar im Wesentlichen bei den 35- bis 60-Jährigen», sagte etwa Sébastien Bogajewski, Leiter des medizinischen Zentrums Croix-de-Chavaux im Pariser Vorort Montreuil, der Zeitung. «Wenn es nur wenige schwere Fälle gibt, wird es wie eine Grippeepidemie sein, und wir werden damit fertig. Das Problem ist, dass wir es nicht wissen, wir fahren auf Sicht.»