Perus Oppositionsführerin Fujimori soll aus Haft entlassen werden

Nach über einem Jahr in Untersuchungshaft soll die peruanische Oppositionsführerin Keiko Fujimori wieder auf freien Fuss gesetzt werden. Das Verfassungsgericht des südamerikanischen Landes gab am Montag einem entsprechenden Antrag auf einstweilige Verfügung statt.

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(sda/dpa)

Fujimori war im Oktober vergangenen Jahres wegen Verdachts auf Geldwäsche festgenommen worden. Die Anordnung, die Politikerin aus der Haft zu entlassen, sei keine Entscheidung in der Sache, sagte Verfassungsgerichtspräsident Ernesto Blume.

Die Vorsitzende der rechten Partei «Fuerza Popular» (FP) soll im Wahlkampf 2011 illegale Zahlungen vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht erhalten haben. Die Firma steht im Mittelpunkt eines der grössten Korruptionsskandale Lateinamerikas und war auch in Peru an einer Reihe öffentlicher Aufträge beteiligt. Keiko Fujimori ist die Tochter des früheren peruanischen Machthabers Alberto Fujimori (1990-2000), der eine 25-jährige Haftstrafe wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen verbüsst.

Im Kampf gegen die weit verbreitete Korruption ist Perus Präsident Martín Vizcarra zuletzt mit dem von Fujimoris FP kontrollierten Kongress aneinandergeraten. Weil er sich in seinen Bemühungen gegen Vetternwirtschaft und Mauscheleien von den Abgeordneten ausgebremst sah, löste er das Parlament auf und setzte für Januar Neuwahlen an. Nach der Freilassung ihrer Vorsitzenden könnte die FP nun gestärkt in die Abstimmung gehen.