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Proteste gegen Besuch von saudischem Kronprinzen in Tunesien

Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen und Aktivisten in Tunesien haben gegen den Besuch des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman protestiert.
Die Journalistengewerkschaft SNJT entrollte an der Fassade ihres Büros in der Innenstadt von Tunis ein riesiges Plakat, das den saudischen Kronprinzen mit einer Kettensäge zeigt. (Bild: Keystone/EPA/STRINGER)

Die Journalistengewerkschaft SNJT entrollte an der Fassade ihres Büros in der Innenstadt von Tunis ein riesiges Plakat, das den saudischen Kronprinzen mit einer Kettensäge zeigt. (Bild: Keystone/EPA/STRINGER)

(sda/dpa)

Schon am Vorabend des Besuchs demonstrierten am Montag Hunderte Menschen im Stadtzentrum der tunesischen Hauptstadt gegen den Besuch in dem nordafrikanischen Land. Sie zeigten unter anderem Plakate mit der Aufschrift «Nein zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit» und «Nicht willkommen».

Der Kronprinz steht im Verdacht, etwas mit dem Tod des kritischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul zu tun zu haben.

Mehrere Organisationen und Gewerkschaften haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um ihr Missfallen über den Besuch auszudrücken. Die Journalistengewerkschaft SNJT entrollte an der Fassade ihres Büros in der Innenstadt von Tunis ein riesiges Plakat, das den saudischen Kronprinzen mit einer Kettensäge zeigt.

Saudi-Arabiens Kronprinz befindet sich derzeit auf einer Reise durch mehrere «befreundete» arabische Staaten, bevor er Ende der Woche beim G20-Gipfel in Argentinien erwartet wird.

Türkei bestätigt grausame Details aus Aufnahmen zum Khashoggi-Mord

Derweil hat der türkische Aussenminister den Inhalt von Tonaufnahmen aus dem saudischen Konsulat in Istanbul teilweise bestätigt, auf denen grausame Details zum Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi zu hören sein sollen.

Mevlüt Cavusgolu sagte in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» am Dienstag: «Es ist zu hören, wie der Gerichtsmediziner die anderen instruiert: Sie sollten Musik hören, während er den Körper zerteilt. Man merkt, dass er es geniesst.» Weiter sagte Cavusoglu: «Er zerteilt gerne Menschen. Es ist ekelhaft.»

In türkischen Medien waren bereits zuvor Details aus den Tonaufnahmen - wie etwa über die Zerteilung der Leiche - veröffentlicht worden. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Mitte November bestätigt, dass seine Regierung im Besitz von Aufnahmen aus dem Konsulat zum Mord an Khashoggi sei. Details hatte Erdogan jedoch nicht genannt.

Auf die Frage, wie die türkischen Behörden an die Aufzeichnungen aus dem saudischen Konsulat gekommen seien, sagte Cavusoglu: «Die Geheimdienste geben ihre Quellen nicht preis.» Er selbst habe sich die Aufnahmen jedoch angehört. «Er wurde innerhalb von sieben Minuten getötet. Es war vorsätzlicher Mord.»

Der im US-Exil lebende Khashoggi war Anfang Oktober ins saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um Papiere für seine Hochzeit abzuholen und kam nicht mehr heraus. Erst unter immensem internationalen Druck gab Saudi-Arabien die Tötung des Journalisten zu. Die Leiche Khashoggis wurde nicht gefunden.

Es häufen sich Hinweise auf eine Verwicklung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in den Fall. Saudi-Arabien weist das zurück. Erdogan sieht «höchste Kreise» in Saudi-Arabien involviert. Auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires, der am Freitag beginnt, könnte es zum ersten Mal nach dem Tod Khashoggis zu einem Treffen zwischen dem Kronprinzen und Erdogan kommen. Cavusoglu sagte der «Süddeutschen Zeitung», es gebe «keinen Grund», den Kronprinzen nicht zu treffen.

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