Prozess gegen Sudans Ex-Präsidenten Al-Baschir wegen Putsch 1989

Im Sudan hat ein Verfahren gegen den gestürzten langjährigen Präsidenten Omar al-Baschir wegen des Putsches begonnen, der ihn vor 31 Jahren an die Macht gebracht hatte.

Drucken
Teilen
ARCHIV - Der ehemalige Präsident von Sudan, Omar al-Bashir. Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa

ARCHIV - Der ehemalige Präsident von Sudan, Omar al-Bashir. Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa

Keystone/AP/Burhan Ozbilici
(sda/dpa)

Der 76-Jährige erschien am Dienstag vor Gericht in Khartum. Ihm wird vorgeworfen, die Verfassungsordnung untergraben und eine gewählte Regierung gestürzt zu haben. Bei einer Verurteilung könnte dem im vergangenen Jahr abgesetzten Al-Baschir die Todesstrafe oder lebenslange Haft drohen.

Das Verfahren wurde auf den 11. August verschoben, um einen Raum mit genug Platz für alle Anwälte zu finden. Neben Al-Baschir sind etliche weitere Menschen angeklagt, darunter zwei seiner ehemaligen Vizepräsidenten.

Al-Baschir stürzte 1989 an der Spitze einer Gruppe von Offizieren die demokratisch gewählte Regierung von Ministerpräsident Sadik al-Mahdi. Er regierte das Land im Nordosten Afrikas 30 Jahre lang mit harter Hand, bis er selbst im April 2019 vom Militär abgesetzt wurde. Zuvor hatte es monatelange Massenproteste gegeben und die Wirtschaft war in eine Krise geraten.

Der Ex-Präsident wurde bereits wegen Korruption verurteilt und ihm drohen weitere Verfahren. Zudem wird er vom Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im 2003 ausgebrochenen Darfur-Konflikt gesucht.

Mit dem Verfahren gegen Al-Baschir will die Übergangsregierung im Sudan womöglich Reformbemühungen darstellen und die Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft nach Jahren der Isolation verbessern. Kritiker aber sagen, die Regierung wolle mit dem Prozess von der noch immer schwachen Wirtschaft und fragilen politischen Lage ablenken.