Russische Ermittler bitten Deutschland im Fall Nawalny um Hilfe

Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat im Fall der mutmasslichen Vergiftung des Regierungskritikers Alexej Nawalny Deutschland um Mithilfe gebeten.

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ARCHIV - Alexej Nawalny liegt seit einer Woche im Koma. Seit dem 22. August wird er in Berlin behandelt. Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa

ARCHIV - Alexej Nawalny liegt seit einer Woche im Koma. Seit dem 22. August wird er in Berlin behandelt. Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa

Keystone/AP/Pavel Golovkin
(sda/dpa)

Die deutsche Seite sei angefragt worden, Erläuterung, Informationen und Nachweise zu der Diagnose der Ärzte der Berliner Universitätsklinik Charité zu überstellen, sagte ein Behördensprecher der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag in Moskau. Ausserdem seien Untersuchungsergebnisse angefordert worden.

Deutschland habe sich bereiterklärt, mit den russischen Behörden zusammenzuarbeiten, sagte der Sprecher weiter. Die Bundesregierung in Berlin hatte eine Untersuchung der Umstände gefordert. Die russische Generalstaatsanwaltschaft sieht nach eigenen Angaben aber noch keinen Grund für strafrechtliche Ermittlungen. Bei den Voruntersuchungen habe es noch keine Hinweise darauf gegeben, dass «gegen Nawalny eine vorsätzliche Straftat» begangen worden sei.

Nawalny liegt seit einer Woche im Koma. Seit Samstag wird er in Berlin behandelt. Sein Team gab an, dass der Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin während einer politischen Reise in Sibirien vergiftet worden sei. Die Ärzte der Berliner Charité gingen nach Auswertung klinischer Befunde von einer Vergiftung aus. Russische Ärzte hatten zunächst keine Hinweise darauf gefunden.