Sambias Präsident kürzt als Reaktion auf Proteste sein Gehalt

Nach Protesten gegen eine geplante Erhöhung von Strom- und Treibstoffpreisen hat Sambias Präsident Edgar Lungu angekündigt, sein eigenes Gehalt zu kürzen. Auch die Entlohnung seiner Minister soll sinken.

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Sambias Präsident Edgar Lungu (rechts) verordnet sich und seinen Ministern einen Lohnkürzung, um Geld beim Staat zu sparen. (Archivbild 2016)

Sambias Präsident Edgar Lungu (rechts) verordnet sich und seinen Ministern einen Lohnkürzung, um Geld beim Staat zu sparen. (Archivbild 2016)

KEYSTONE/EPA AFP/POOL/ALBERTO PIZZOLI/POOL
(sda/afp)

Wie Lungus Büro am Freitag mitteilte, sollen die Gehälter jeweils um 15 bis 20 Prozent gekürzt werden, um «die Auswirkungen des Anstiegs der Treibstoff- und Strompreise für die Bürger abzufedern».

Lungu teilte weiter mit, ihm sei bewusst, dass die Bevölkerung wegen der Erhöhung der Preise leide. Er sei aber zuversichtlich, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr dank der Massnahmen der Regierung angekurbelt werde.

Am Donnerstag hatte die Stromregulierungsbehörde einen Anstieg der Tarife für Privathaushalte um 115 Prozent ab dem 1. Januar angekündigt. Zudem wurden die Benzin- und Dieselpreise mit sofortiger Wirkung um zehn beziehungsweise elf Prozent angehoben. Die Ankündigungen lösten empörte Reaktionen aus.

Tropfen auf dem heissen Stein

Der Oppositionspolitiker Hakainde Hichilema kritisierte im Kurzbotschaftendienst Twitter, die vom Präsidenten angekündigten Gehaltskürzungen seien unbedeutend und nur «ein Tropfen auf dem heissen Stein». Die Erhöhung der Stromtarife sei das Ergebnis des «Versagens von Zesco», der von «Korruption» geplagten nationalen Stromgesellschaft, schrieb Hichilema.

Am Donnerstag hatte die Stromregulierungsbehörde dem Unternehmen Zesco grünes Licht für die Anhebung der Tarife angesichts der «ernsthaften finanziellen Probleme» des Konzerns gegeben.