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Schlammlawine in Brasilien reisst mindestens 34 Menschen in den Tod

Nach dem Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 34 gestiegen. Weitere 23 Menschen wurden verletzt geborgen und in Krankenhäusern behandelt, wie die Feuerwehr am Samstag mitteilte.
Nach einem Dammbruch in Brasilien werden am frühen Samstagmorgen noch hunderte Personen vermisst. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/YURI EDMUNDO)Nach einem Dammbruch in Brasilien werden am frühen Samstagmorgen noch hunderte Personen vermisst. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/YURI EDMUNDO)
Die Helfer nach einem Dammbruch in Brasilien konnten weit und breit nur im Schlamm nach Vermissten suchen. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/PAULO FONSECA)Die Helfer nach einem Dammbruch in Brasilien konnten weit und breit nur im Schlamm nach Vermissten suchen. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/PAULO FONSECA)
Ein Schlammlawine nach einem Dammbruch hat am Freitag in Brasilien zahlreiche Häuser unter sich begraben. (Bild: KEYSTONE/AP Agencia Nitro/LEO DRUMOND)Ein Schlammlawine nach einem Dammbruch hat am Freitag in Brasilien zahlreiche Häuser unter sich begraben. (Bild: KEYSTONE/AP Agencia Nitro/LEO DRUMOND)
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Schlammlawine in Brasilien reisst mindestens 34 Menschen in den Tod

(sda/afp/dpa)

Rund 250 Menschen wurden nach dem Unglück in Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais noch immer vermisst. Die Zahl der Todesopfer dürfte deshalb weiter steigen. Der Gouverneur Romeu Zema sagte, es sei unwahrscheinlich, noch viele Überlebende zu finden.

Der Damm an der Mine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale war am Freitag gebrochen. Der Schlamm hatte eine rot-braune Schneise in das satte Grün geschlagen und alles unter sich begraben. Hubschrauber kreisten über den Schlammmassen und suchten nach Überlebenden an dem Bergwerk nahe der brasilianischen Ortschaft Brumadinho.

Fernsehbilder zeigten dramatische Szenen: Ein Zug wird von den Massen erfasst und zerquetscht. Retter ziehen Menschen von Hubschraubern aus dem Schlamm. Ein Mann hievt seine vor Schmerzen schreiende Frau aus den Trümmern. Eine schlammverschmierte Kuh stakst zwischen Schutt, mitgerissenen Ästen und nasser Erde umher.

Den Angaben der Rettungskräfte zufolge werden sowohl Arbeiter der Eisenerzmine als auch Anwohner aus der umliegenden Gegend vermisst.

Ursache noch unklar

Wie es genau zu dem Unfall kam, sei noch unklar, sagte Vale-Präsident Fábio Schvartsman. Das Umweltministerium kündigte eine Strafe in Höhe von 250 Millionen Rais (rund 65 Millionen Franken) gegen Vale an. Medienberichten zufolge sollten zur Sicherheit Vermögenswerte des Konzerns über eine Milliarde Rais blockiert werden.

Uno-Generalsekretär António Guterres zeigte sich schockiert angesichts der Katastrophe. «Der Generalsekretär ist zutiefst betrübt über den schrecklichen Verlust von Menschenleben und die erheblichen Schäden an Häusern und der Umwelt, die durch den Bruch des Damms in Brumadinho verursacht wurden», hiess es in einer Erklärung. «Die Vereinten Nationen sind bereit, die brasilianischen Behörden bei der Suche zu unterstützen». Auch Israel bot Hilfe bei den Rettungarbeiten an.

Der Unglücksort liegt rund 450 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro. Die Schlammmassen hatten sich über Teile der Eisenerzmine und eines Wohngebiets gewälzt. Dabei wurden wahrscheinlich Dutzende weitere Menschen mitgerissen.

Auf Luftaufnahmen wurde das Ausmass des Unglücks sichtbar, die Schlammlawine hatte sich kilometerweit ihren Weg gebahnt. Die braune Schlammflut erreichte auch die Wohngegend Vila Forteco und begrub teilweise ganze Häuser unter sich. Mindestens 81 Menschen wurden durch das Unglück obdachlos.

Präsident überfliegt Unglücksort

Präsident Jair Bolsonaro flog am Samstag im Hubschrauber über das Unglücksgebiet und machte sich ein Bild von der Lage. «Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um den Opfern zu helfen, die Schäden gering zu halten, die Fakten zu ermitteln, für Gerechtigkeit zu sorgen und diese Tragödien für die Brasilianer und die Umwelt künftig zu verhindern», schrieb er auf Twitter.

Der rechtspopulistische Präsident steht im Ruf, den Unternehmen weitgehend freie Hand zu lassen und von strengen Umweltschutzbestimmungen wenig zu halten. Naturschutzverbände forderten eine strengere Kontrolle.

Im Jahr 2015 gab es ebenfalls in Minas Gerais ein ähnliches Unglück. Bei der «Tragödie von Mariana» kam es in einem Eisenerzbergwerk zu einem Dammbruch an einem Rückhaltebecken. Damals kamen 19 Menschen ums Leben. Es gab mehrere Anklagen und Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe. Das damalige Betreiberunternehmen Samarco gehörte ebenfalls Vale sowie dem australisch-britischen Konzern BHP.

Eine riesige Welle mit Schlamm und schädlichen Stoffen ergoss sich in angrenzende Ortschaften und kontaminierte den Fluss Rio Doce auf rund 650 Kilometern Länge, bis in den Atlantik floss die braunrote Brühe.

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