Schülerinnen und Schüler demonstrieren für mehr Klimaschutz

Tausende Schüler sind am Freitag in Italien und Deutschland zu Klimastreiks zusammengekommen. In Rom versammelten sich 20'000 Schüler am Vormittag auf dem zentralen «Piazza del Popolo» und folgten damit einem Appell der Bewegung FridaysForFuture.

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Rund zwei Dutzend Jugendliche sprangen aus Protest in der Nähe des deutschen Bundestages in die Spree - bei Temperaturen von fünf Grad.

Rund zwei Dutzend Jugendliche sprangen aus Protest in der Nähe des deutschen Bundestages in die Spree - bei Temperaturen von fünf Grad.

Keystone/DPA/CHRISTOPH SOEDER
(sda/dpa)

Dabei skandierten sie Sprüche wie «Wir haben nur einen Planeten» oder «Wir sind der Wandel». In rund 140 italienischen Städten waren die FridaysForFuture-Schülerdemos angekündigt, die der Initiative der Schwedin Greta Thunberg folgen: Von Bologna, Turin über Cagliari auf Sardinien bis nach Bari in Apulien. In Mailand riefen die Schüler: «Regierungen werdet aktiv, die Zeit läuft aus.»

Auch in Deutschland gingen die Jugendlichen in mehr als 500 Städten für mehr Klimaschutz auf die Strasse. In Berlin versammelten sich am Mittag Tausende Menschen zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor. Angemeldet waren laut Polizei 50'000 Teilnehmer. Rund zwei Dutzend Jugendliche sprangen aus Protest in der Nähe des Bundestages gar in die Spree - bei Temperaturen von fünf Grad.

Viele Demonstranten hatten Plakate dabei. «Ohne Bäume keine Träume», war darauf etwa zu lesen. Oder «Artensterben kann Spass verderben» sowie «Keine Kohle, kein Atom, sondern nur noch Ökostrom». Ein Schüler sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Ich hätte gerade eigentlich Geschichtsunterricht. Wichtiger als Geschichte ist jedoch momentan meine Zukunft.»

In der Hamburger Innenstadt startete zu einer symbolischen Uhrzeit - um fünf nach zwölf - eine grosse Klima-Demo, bei der die Veranstalter mit 30'000 Teilnehmern rechneten. «Jugend auf die Barrikaden, weil wir sonst keine Zukunft haben», rappte der Musiker Courtier dazu.

Auch in Nordrhein-Westfalen liefen die Demos am späten Vormittag an. Allein in Köln, wo zu einem Demo-Zug rund 20'000 Teilnehmer erwartet wurden, kamen bereits am Mittag mehrere Tausend Streikende zusammen. Dort wollten Kölsche Bands wie Brings oder Bläck Fööss die Aktionen unterstützen.

Vor dem Düsseldorfer Landtag versammelten sich erste Hunderte überwiegend junge Leute. In Freiburg zogen da bereits rund 8500 Menschen durch die Innenstadt. Vor dem Hauptbahnhof in Stuttgart war in den Mittagsstunden eine zentrale Kundgebung geplant.

Greta Thunberg hatte im Sommer 2018 begonnen, vor dem Parlamentsgebäude in Stockholm für besseren Klimaschutz zu protestieren. Mit Reden bei internationalen politischen Konferenzen erlangte sie weltweite Bekanntheit.